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Cover: Eine Welt auf sechzehn Saiten

Empfehlung von
Susanne Rikl, München

Frank Schneider

Eine Welt auf sechzehn Saiten

Das Vogler Quartett - ein langes Gespräch

30 Jahre Kammermusik auf höchstem Niveau haben das Vogler Quartett weltweit bekannt gemacht. In einem lebendigen Gespräch mit Frank Schneider, dem ehemaligen künstlerischen Intendanten des Konzerthauses Berlin, erzählen die Musiker von den Anfängen des gemeinsamen Spielens in der DDR, vom Alltag zu viert in und außerhalb der Konzertsäle und, sogar in den Selbstporträts, immerzu: von der Musik.

Frank Schneider fragt ungeniert. Er fragt nach Lampenfieber, dem ersten Westauto, nach Wettbewerb und Konkurrenz, Vorlieben für bestimmte Komponisten (Schubert!), Entdeckerlust, nach Ausflügen in die Pop-Musik als Lockerungsübungen für das Kerngeschäft, nach Insiderwissen aus der Instrumentenwerkstatt, nach dem Verhältnis von zeitgenössischen Komponisten zu ihren Interpreten, nach Schönheit und Demut.

Man erfährt viel Interessantes über die optimale Zusammensetzung der Stücke für ein Abendprogramm, über Dvorak, Beethoven, Bartók, Ligeti, liest von musikalischen und persönlichen Erlebnissen mit Wolfgang Rihm, György Kurtág, Josef Tal und vielen anderen – ebenso bedeutenden – Komponisten der Gegenwart. Auch über den Unterschied zwischen Selbst- und Werkdarstellung, die Gemeinsamkeiten von Schach- und Quartettspiel, über schwere Quartett-Kost und leichter Verdauliches, über das Beglückende eines Konzerts im Gegensatz zu Studioaufnahmen wissen die Musiker Unterhaltsames zu erzählen. Sie plaudern Probengeheimnisse aus, sprechen ernst, aber auch mit lesbarem Augenzwinkern über Blickkontakte und andere Verständigungsarten während der Konzerte, unterhalten mit Anekdoten über Hotelbetten und Outfits, gestehen die immer wieder wohltuende Wirkung des Lobs und erlauben sich Kritik an unqualifizierten Beurteilungen.

Auf der Reise durch 30 Jahre gemeinsames Erarbeiten höchster musikalischer Interpretationskunst sind die vier Musiker nicht immer einer Meinung. Hautnah erlebt man Auseinandersetzungen, Diskussionen, den kurzen Schlagabtausch – alles, was die Zusammenarbeit, vor allem die künstlerische, in diesen Quartett befruchtet hat und auch in Zukunft weiterbringen wird. Im Zentrum des Sprechens wie auch im Zentrum jedes Konzerts steht für alle vier Virtuosen die Frage: ,,Musik, was willst Du von mir?" Ein ungemein lebendiges, feines und wunderbar zu lesendes Porträt.

Verlag
Berenberg Verlag
Erscheinungsdatum
2015
ISBN/EAN
978-3-937834-80-1
Format
Einband - fest (Hardcover)
Seiten
352
Preis
25,00 €
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor

Frank Schneider, geboren 1942 in Großerkmannsdorf.
Studium Dirigieren (1961–1964, Musikhochschule Dresden) und Musikwissenschaft (1964–1968, Humboldt-Universität Berlin). 1975 Promotion Dr. phil., 1975–1980 Dramaturg Komische Oper ­Berlin. 1980–1989 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Akademie der Wis­senschaften der DDR, dort 1989 Professor für Musikwissenschaft und 1990 Direktor des Instituts für Ästhetik und Kunstwissenschaften. 1992–2009 Künstlerischer Intendant des Konzerthauses Berlin. Umfangreiche wissenschaftliche und publizistische Tätigkeit, vor allem über Musik des 20. Jahrhunderts und Methodik der Musikgeschichtsschreibung.
Lebt in Berlin, verheiratet, 3 Kinder.

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