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Cover: Arminuta

Empfehlung von
Susanne Rikl, München

Donatella Di Pietrantonio

Arminuta

Roman. Aus dem Italienischen von Maja Pflug

„Da bist du ja“ – diesen Satz bekommt die 13-Jährige mehr als einmal zu hören, als sie von einem Tag auf den anderen zu ihren leiblichen Eltern zurückgebracht wird. Arminuta, die Zurückgekommene, nennen sie ganz selbstverständlich auch alle im Dorf. Doch für das Mädchen tut sich mit der Rückkehr in eine ihr völlig fremde Umgebung eine Kluft auf, die sie von ihrem bisherigen Leben und der Antwort auf die wichtigste aller Fragen schmerzlich trennt. Donatella Di Pietrantonio lässt das Mädchen die Geschichte selbst erzählen, des nüchternen Tonfalls wegen ist dieser Roman besonders anrührend.

In einem neuen, noch steifen Kleid und mit vergoldeten Schnallen an den Schuhen steht das Mädchen verloren in dem kahlen Esszimmer. Der Mann, den sie bisher Vater nannte und jetzt Onkel nennen soll, trinkt mit den Eltern einen Kaffee in der Küche. Sie wollen sie wiederhaben, so hat man ihr gesagt. Verloren ist das Leben in dem Haus in der Stadt am Meer, verloren die Mutter, die sie 13 Jahre lang aufzog und die jetzt das Bett hütet, verloren Patrizia, ihre liebste Freundin.

50 Kilometer entfernt von allem, was für sie Heimat bedeutet, schläft die 13-Jährige nun in einem Bett mit der jüngeren Schwester Adriana und in einem Zimmer mit allen Brüdern. Geprügelt wird in der neuen Familie, im Souterrain schälen die Kinder die Tomaten und schneiden sie dann zum Einkochen in Stücke – das Mädchen ist bei diesen Arbeiten die Langsamste.

Das neue Leben birgt in seiner Einfachheit auch ehrliche Gefühle: Adriana hat ihre große Schwester fest in ihr Herz geschlossen. Doch die nagende Frage nach dem Grund ihrer Rückkehr in eine Familie, der sie offensichtlich nur zu Last fällt, weil sie eine Esserin mehr ist, höhlt das vergangene und gegenwärtige Leben aus. Wer ist ihre wahre Mutter, und warum musste sie zurück in ein Leben, das nicht ihres war? Arminuta wird Antworten auf diese Fragen bekommen, doch sie bleibt bis zum Ende des Buches namenlos, eine Ich-Erzählerin auf der Suche nach der eigenen Identität.

Für diesen aufrichtigen Roman, dessen Sätze so einfach wie ausdrucksstark sind, wurde Donatella Di Pietrantonio 2017 in Venedig mit dem begehrten Premio Campiello ausgezeichnet.

Verlag
dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum
2020
ISBN/EAN
978-3-423-14756-9
Format
Einband - flex.(Paperback)
Seiten
224
Preis
14,00 €
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor

Donatella Di Pietrantonio wurde in den Abruzzen geboren und lebt heute in der Nähe von Pescara. Ihre Romane ›Meine Mutter ist ein Fluss‹ (Kunstmann 2013) und ›Bella mia‹ (Kunstmann 2015) wurden mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet. Mit ihrem neuen, in zahlreiche Länder verkauften Buch ist ihr der internationale Durchbruch gelungen.

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