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Cover: 14

Empfehlung von
Ruth Roebke, Frankfurt am Main

Jean Echenoz

14

Roman. Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel. Ungekürzte Lesung. Sprecher: Markus Boysen

Empfehlung von Ralph Wagner, Ypsilon Buchladen & Café:

Einfach nur „14“, mehr nicht, das ist der Titel des neuen Romans von Jean Echenoz. Eine schlichte Zahl, die für den Beginn des I. Weltkrieges steht. Nicht gänzlich unerwartet und dennoch überraschend wurde an einem Samstag im August jenes Jahres ein Krieg begonnen, der mit einem noch nie da gewesenen Aufgebot an Soldaten und Kriegsmaterial geführt wurde. All dies ist geschichtsbewussten Menschen bekannt, jeder Interessierte kann sein Wissen zudem mit der Lektüre der zum Jahrestag des Kriegsausbruchs erschienenen Sachbücher, Romane, Erinnerungs- und Briefbände, ja sogar mit Lyrik erweitern. Selbstredend steht auch umfangreiches Filmmaterial zu Verfügung.

Was also lässt gerade dieses schmale Buch aus der Fülle des Angebots herausragen, warum möchte ich es Ihnen empfehlen? Jean Echenoz ist ein Meister der Verdichtung. Er beherrscht die Kunst, auf gerade mal 125 Seiten das Wesen des Krieges – aller Kriege, möchte ich fast behaupten – zu veranschaulichen, ja spürbar werden zu lassen. Fünf junge Franzosen werden auf ihrem Weg in und durch den Krieg begleitet. Ihre Schicksale stehen exemplarisch für das Leben und Sterben von Millionen Soldaten. Auch in diesem Buch bedient sich der Autor wieder seiner einzigartigen und bewährten Methode, uns mit großen und kleinen Stichworten eher nur ein Gerüst als eine entwickelte Erzählung zu liefern. Begriffe wie Angst, Etappe, Giftgas, Läuse, Langeweile, Militärpolizei, Schützengraben, Verpflegungsknappheit, um nur einige zu nennen, genügen, um eindrückliche Bilder des Soldatenlebens im Krieg Gestalt annehmen zu lassen.

Immer Distanz zu Handlung und Personen wahrend, nie (be-) urteilend, präzise in der Schilderung von Details, in indirekter Rede und lakonischem Ton schafft Echenoz es, die Brutalität, den Schrecken und die Absurditäten des Krieges zu beleuchten. In ihrer vermeintlichen Einfachheit ist die Ökonomie dieser Schreibkunst atemberaubend beeindruckend.
Ralph Wagner, Ypsilon Buchladen & Café

Empfehlung von Ruth Roebke, autorenbuchhandlung marx & co:

Es ist der Sommer 1914. An einem schönen Samstag radelt der junge Anthime durch Landschaft der Provinz Vendée. Plötzlich beginnen in allen Dörfern die Glocken zu läuten. Anthime weiß, was das bedeutet: Mobilmachung. Zusammen mit seinem Bruder Charles und drei weiteren jungen Männern aus seinem Ort zieht er in den Krieg. Zurück bleibt Blanche, die Tochter des örtlichen Fabrikbesitzers, die von beiden Brüdern begehrt wird und von Charles schwanger ist.

In knappen Kapiteln zeichnet Jean Echenoz den Weg Anthimes und der vier anderen nach. Die allgemeine Begeisterung, welche Soldaten wie Zivilisten gleichermaßen erfasst, die Zuteilung zum Regiment und die kurze Ausbildung. Es folgt die Fahrt in die Ardennen, marschieren, eingraben, irgendwie in den Schützengräben überleben. Jahreszeiten, Kälte, Regen. Dauerfeuer aus gegnerischen Geschützen und Gasangriffe werden irgendwann Alltag. Charles, der durch Protektion bei einer Fliegerstaffel gelandet ist, stirbt früh bei einem Einsatz. Anthime verliert durch einen verirrten Grantsplitter seinen Arm. Nur er und einer seiner Freunde werden den Krieg überleben.

Dieser Titel ist nicht mehr lieferbar.

Verlag
HörbucHHamburg
Erscheinungsdatum
2014
ISBN/EAN
978-3-89903-889-7
Format
Audio CD
Preis
14,99 €
Status
vom Verlag als vergriffen gemeldet

Zur Autorin / Zum Autor

Autor
Jean Echenoz, 1948 geboren, lebt in Paris. Er hat seit 1979 neun Romane veröffentlicht. Einer davon wurde im Herbst 1999 mit dem wichtigsten französischen Literaturpreis, dem Prix Goncourt, ausgezeichnet.

Sprecher
Markus Boysen, 1954 in Hannover geboren, erhielt seine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg. Neben zahlreichen Theaterengagements steht er immer wieder für Fernsehfilme wie Heinrich Breloers Speer und Er oder den Tatort vor der Kamera.

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