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Cover: Mein privates Glück

Empfehlung von
Ruth Roebke, Frankfurt am Main

Michael Köhlmeier

Mein privates Glück

Roman

Michael Köhlmeiers neues Buch Mein privates Glück ist wohl sein bisher persönlichstes. Als „Lebensbuch“ bezeichnet der Verlag den Text, der „schonungslos und mit der ganzen Kraft der Fiktion“ erzählt sei. Das bedeutet, dass sich nicht alles in diesem Roman genau so zugetragen haben muss. „Mein privates Glück ist ein Lebensrückblick ohne Zorn, ohne Sentimentalität, ohne Verurteilung oder Verklärung und ohne dass dabei Schmerz, Verletzung und Unglück ausgespart werden. Hier spricht einer, der mit sich und seinem Leben in allen Facetten im Reinen zu sein scheint. Umso mehr berührt, dass kurz vor Erscheinen dieses Buches Köhlmeiers Frau Monika Helfer, mit der er über vierzig Jahre verheiratet war, durch einen Sturz ums Leben kam.

Der Text beginnt mit der Ankunft des vierjährigen Michael, seiner älteren Schwester Walli und der Großmutter am Bahnhof von Lindau. Am Bahnhof empfängt sie ein fremder Mann, und mit ihm fahren sie weiter. Am Ende der Reise kommen sie in ein Haus, in dem eine Frau in einem Gitterbett liegt. So lernt er seinen Vater und seine Mutter kennen. Niemand hatte ihm vorher gesagt, dass es sie gibt, weil alle meinten, „ich müsse doch wissen, dass ich einen Vater und eine Mutter habe. (…) Ich wusste es nicht.“

Soweit er sich erinnern konnte, hatte er die Zeit davor zusammen mit seiner älteren Schwester Walli und der Großmutter bei Tante Helga und Onkel Otto in Coburg gelebt. Nun ist er „zu Hause“ bei einem Vater, den er anfänglich „Herr Köhlmeier“ nennt, und der Mutter, die halbseitig gelähmt im Bett liegt, weil sie bei der Geburt eines weiteren Kindes „ein Schlag“ getroffen hatte.

Das ist die Ausgangslage, und von dort aus erzählt Köhlmeier von der Kindheit in Coburg. Von der Großmutter, die ihn umsorgt und gerne gruselige Geschichten erzählt, von Tante Helga, der Schneidermeisterin, die Michael und Walli gerne adoptiert hätte, von Onkel Otto, der ein großes Auto fährt, von Onkel Kurt, der früher Sportler gewesen war, und von Tante Eleonore. Es waren glückliche Jahre für ihn, er fühlte sich angenommen und geliebt. Der Krieg war vorbei, niemand wollte zurückschauen, es ging aufwärts, alle waren zufrieden. Die Welt in Hohenems bei den Eltern war eine völlig andere. Zum Vater, der in der Schwester Walli eine verwandte Seele findet, behält er lebenslang ein distanziertes Verhältnis. Die schöne Mutter mit den außerordentlichen Augen, „mild und wild“, die ihr Leben lang auf Krücken angewiesen ist, liebevoll, aber auch cholerisch sein kann, vergöttert er.

Das Buch ist nicht chronologisch erzählt. Die Zeiten, die Orte, die Personen und Perspektiven wechseln. Kindheit, Jugend und Studienjahre des Erzählers, die Lebensgeschichten der Eltern, Erinnerungen, Fiktion und Gegenwart gehen ineinander über, ohne dass man beim Lesen den Faden verliert. „Mein privates Glück ist ein warmherziges Buch, ein Lebensrückblick ohne Zorn, ohne Sentimentalität, ohne Verurteilung oder Verklärung und ohne dabei Schmerz, Verletzung und Unglück auszusparen. Hier spricht einer, der mit sich und seinem Leben in allen Facetten im Reinen zu sein scheint. Umso mehr berührt, dass kurz vor Erscheinen dieses Buches seine Frau Monika Helfer, mit der er über vierzig Jahre

Verlag
Hanser, Carl
Erscheinungsdatum
18.08.2026
ISBN/EAN
978-3-446-28831-7
Format
Einband - fest (Hardcover)
Seiten
320
Preis
26,00 €
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor

Michael Köhlmeier, 1949 in Hard am Bodensee geboren, lebt in Hohenems / Vorarlberg und Wien. Bei Hanser erschienen u. a. die Romane »Abendland« (2007), »Zwei Herren am Strand« (2014), »Matou« (2021), »Frankie« (2023), »Das Philosophenschiff« (2024) und »Die Verdorbenen« (2025), außerdem Gedichtbände«, »Die Märchen« (mit Bildern von Nikolaus Heidelbach, 2019), die Essaybände »Das Schöne. 59 Begeisterungen« (2023)« und »Das Gute. 53 Zuneigungen« (2025) sowie zuletzt der Roman »Mein privates Glück« (2026). Michael Köhlmeier wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. 2017 mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie dem Marie Luise Kaschnitz-Preis für sein Gesamtwerk und 2019 mit dem Ferdinand-Berger-Preis.

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