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Papyrus

Autor
Vallejo, Irene

Papyrus

Untertitel
Die Geschichte der Welt in Büchern. Aus dem Spanischen von Maria Meinel und Luis Ruby
Beschreibung

Das geschriebene Wort begleitet die Menschheit seit mehr als 5000 Jahren. Irene Vallejo hat der Geschichte des Niedergeschriebenen nachgespürt und ist auf vielerlei Erstaunliches und Wunderbares gestoßen. Sie erzählt von der Rolle des Buches in der Weltgeschichte und von all denen, die Schriftwerken zur Unsterblichkeit verholfen haben, mit großer Leidenschaft und in einer Sprache, die glitzert und funkelt …
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Diogenes Verlag, 2022
Seiten
752
Format
Gebunden
ISBN/EAN
978-3-257-07198-6
Preis
32,00 EUR
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor:

Irene Vallejo, geboren 1979 in Saragossa, studierte klassische Philologie an der Universität von Saragossa und Florenz. Dabei entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Antike. ›Papyrus‹, ihr erstes Sachbuch, wurde in Spanien ein Bestseller und mit den wichtigsten Literaturpreisen des Landes ausgezeichnet. Es erscheint in über dreißig Sprachen. Auch in ihren zahlreichen Auftritten als Gastrednerin und wöchentlichen Kolumnen in ›El País‹ berichtet sie über ihre Passion für die Antike. Sie ist Autorin von zwei Romanen und einigen Kinderbüchern und engagiert sich für soziale Projekte, die Kindern Kunst und Literatur näherbringen. Irene Vallejo lebt mit ihrer Familie in Saragossa.

Zum Buch:

Das geschriebene Wort begleitet die Menschheit seit mehr als 5000 Jahren. Irene Vallejo hat der Geschichte des Niedergeschriebenen nachgespürt und ist auf vielerlei Erstaunliches und Wunderbares gestoßen. Sie erzählt von der Rolle des Buches in der Weltgeschichte und von all denen, die Schriftwerken zur Unsterblichkeit verholfen haben, mit großer Leidenschaft und in einer Sprache, die glitzert und funkelt …

Aus dem goldenen Zeitalter des Kaisers Augustus sind Fragmente einer jungen Dichterin erhalten, die in ihren Gedichten für diese Zeit (und als Frau!) Unerhörtes reklamierte: Freiheit und Vergnügen. Dass Teile ihrer Dichtung erhalten geblieben sind, hat sie – und haben vor allem wir – der Tatsache zu verdanken, dass sie nicht unter ihrem Namen, sondern eingebettet in den Korpus der Gedichte eines männlichen Autors aus dem Kreis ihres Onkels Tibull erschienen sind. Das geschriebene Wort galt als Werkzeug des politischen Kampfes und war männliches Vorrecht. Wobei es auch für Männer nicht ganz ungefährlich war, dieses Recht zu nutzen: Wenn das Niedergeschriebene dem jeweiligen Kaiser nicht behagte, ließ er nicht nur den Autor töten, sondern die Kopisten und Buchhändler, die das Werk vertrieben hatten, gleich mit.

So wie die Vernichtung des geschriebenen Wortes in jedem Jahrhundert ein Zeichen von Größenwahn darstellt, so ist auch das Projekt, das Alexander der Große auf all seinen Feldzügen nebenher verfolgte, von eben diesem Wahn geprägt: Die Eroberung der ganzen Welt sollte sich in der Bibliothek von Alexandria spiegeln. Alle jemals niedergeschriebenen Werke, so der Plan, würden hier versammelt sein.

Irene Vallejo ist eine begnadete Erzählerin und erweckt ein Jahrhundert nach dem anderen zum Leben. Ihr Buch lädt dazu ein, den eigenen Weg in die Geschichte und die Welt der Bücher zu finden. Jedes Kapitel kann vor oder nach dem darauf folgenden gelesen, genossen werden. Eigene Erinnerungen an die Stunden mit dem Vater in Antiquariaten, den „Königreichen der Unordnung“, finden sich ebenso wie der Blick zurück in die Zeit der Franco-Diktatur, in der eben jene Aufenthalte in Buchhandlungen, jenen „Palästen aus Papier“, durchaus gefährliche Unterfangen waren. Denn Bücher sind, so die Autorin, „die besten Verbündeten gegen die Zerstörung und das Vergessen“, sie bieten „eine heimliche Zuflucht, geschützt vor der Witterung, vor Notlagen und Schweigen“. In Zeiten politischer Unterdrückung sind sie die wirksamste aller Waffen.

Susanne Rikl, München