
Diese Monografie untersucht die Vorgängerorganisationen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Kontext des während der NS-Zeit begangenen Unrechts. Forschungseinrichtungen, wie etwa das Institut für Flugmedizin der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, waren eng in militärische Zielsetzungen eingebunden, unter anderem wurden dort in Selbst- und Fremdversuchen Höhen- und Unterkühlungsexperimente durchgeführt. Besonders beleuchtet wird in diesem Zusammenhang auch die Beteiligung von Luftfahrtmedizinern an Experimenten mit Häftlingen aus Dachau. Darüber hinaus thematisiert die Studie den Umgang mit jüdischen Mitarbeitenden und politisch Verfolgten, den Einsatz von Zwangsarbeit sowie die Herkunft und die Einsatzbereiche ausländischer Arbeitskräfte in den Einrichtungen der DLR Vorläufer. Dabei werden Lagerstrukturen, Lebens- und Arbeitsbedingungen, Formen von Kontrolle und Ausbeutung analysiert. Durch die Verbindung von institutioneller Analyse mit biografischen Fallstudien werden sowohl strukturelle Rahmenbedingungen als auch individuelle Handlungsspielräume und Verantwortlichkeiten sichtbar. Daraus lassen sich wichtige Lehren für Wissenschaft, Ethik und Gesellschaft ableiten.