
Friedrich Köditz verfasste sein ‚Leben Landgraf Ludwigs IV. von Thüringen‘ im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts im einstigen landgräflichen Hauskloster Reinhardsbrunn. Seine deutsche Fassung geht über mehrere Stufen zurück auf eine lateinische Biographie, verfasst um 1228 von Ludwigs Kaplan Berthold (‚Gesta Ludowici‘). Bertholds Schrift gilt seit langem als eines der zuverlässigsten Werke der thüringischen Geschichtsschreibung wie auch als erste wirkliche Fürstenbiographie im deutschsprachigen Raum. Seine lateinische Lebensbeschreibung, eine wichtige landes- und auch reichsgeschichtliche Quelle, ist im Original verloren, anhand der vorlagengetreuen Fassung des Friedrich Köditz aber weithin, mitunter bis in den Wortlaut hinein, rekonstruierbar. Das verleiht der spätmittelhochdeutschen Prosa des Reinhardsbrunner Benediktiners Köditz ihren besonderen Wert.