Gerard Donovan
Winter in Maine
Roman. Aus dem Englischen von Thomas Gunkel
In den Wäldern von Maine, nahe der kanadischen Grenze, lebt seit Jahren ein Mann zurückgezogen in einer mit Büchern vollgestopften Hütte. Es ist tiefster Winter. Gerade sitzt er vor dem Holzofen und liest Shakespeare, als er einen Schuss hört. Jäger, denkt er sich. "Dennoch kam es mir zu nah vor. Die erfahrenen Jäger wussten, wo ich wohnte, wo sich all die Hütten im Wald befanden, manche deutlich zu sehen, manche versteckt. Sie wussten, wo man keine Waffe abfeuern durfte und dass Kugeln so lange fliegen, bis sie irgendwo einschlagen."
Kurze Zeit später findet er seinen Hund, aus nächster Nähe erschossen, im Schnee liegen. Er gerät in Wut, begräbt seinen einzigen Freund, ölt das alte Gewehr seines Großvaters, macht sich auf in den Wald und erschießt ohne zu zögern den erstbesten Jäger, der ihm über den Weg läuft. Aber der hat seinen Hund gar nicht getötet. Es muss also ein anderer Jäger gewesen sein. Also macht er sich immer wieder auf den Weg, von Rache getrieben, mit Shakespeare im Kopf und der schweren alten Büchse in der Hand, immer tiefer in den Wald hinein.
So beginnt diese kurze, extrem fesselnde Geschichte, und mit jeder weiteren Seite denkt man sich: Wie soll das bloß nur enden? Wie löst sich das wohl auf?
Gerard Donovan ist ein Autor, hierzulande noch wenig bekannt, den man sich unbedingt merken sollte.
- Verlag
- btb Verlag
- Erscheinungsdatum
- 08.08.2011
- ISBN/EAN
- 978-3-442-74224-0
- Format
- Einband - flex.(Paperback)
- Seiten
- 208
- Preis
- 12,00 €
- Status
- lieferbar
Zur Autorin / Zum Autor
Gerard Donovan wurde 1959 in Wexford, Irland, geboren und lebt heute im Staat New York. Er studierte Philosophie, Germanistik und klassische Gitarre, veröffentlichte drei Gedichtbände, Shortstorys und drei Romane. Sein erster Roman „Ein bitterkalter Nachmittag“ wurde mit dem Kerry Group Irish Fiction Award ausgezeichnet und stand auf der Longlist des Man Booker Prize 2003.