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Cover: Die Last der Sonne

Empfehlung von
Axel Vits, Köln

Matthias Häussler

Die Last der Sonne

Die Kriege der OvaHerero und Nama gegen die deutsche Kolonialherrschaft

Nachdem Reichskanzler Otto von Bismarck 1884 Deutsch-Südwestafrika, das heutige Namibia, unter den Schutz des Deutschen Reiches stellte und damit nach anfänglichem Zögern die erste deutsche Kolonie gründete, löste er einen blutigen Konflikt zwischen einer aufstrebenden, industrialisierten Großmacht und den einheimischen OvaHerero aus, einem Volk von Jägern und Sammlern. Der Genozid, in den der Konflikt schließlich gipfelte, kostete bis zu 100.000 OvaHerero und Nama das Leben.    

Es waren ehrgeizige deutsche Missionare, die bereits seit den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts durch das westafrikanische Land der OvaHerero und der Nama reisten und darauf drängten, dieses im Namen des Deutschen Reiches in Besitz zu nehmen.

Am 1. Mai 1883 verhandelte der aus Bremen stammende Kaufmann Adolf Lüderitz über ausgedehnte Landstriche an der namibischen Küste, von denen er sich die Gewinnung wertvoller Rohstoffe erhoffte und die er schließlich von dem Nama-Häuptling Joseph Frederiks II. für ein Handgeld erwarb – womit er den Grundstein für die erste deutsche Kolonie legen sollte.

Fast auf den Tag genau ein Jahr später: Um den Schutz deutscher Wirtschaftsinteressen zu wahren und darüber hinaus die eigenen Ansprüche gegenüber anderen Kolonialmächten wie Frankreich und Großbritannien abzusichern, stellte die deutsche Regierung das von Lüderitz erworbene Gebiet und dessen Siedler unter seinen Schutz, erklärte es fortan als die Kolonie Deutsch-Südwestafrika und entsandte zunächst einige hundert Soldaten ins Land. Mehr Soldaten, Kanonen, Gewehre und noch mehr Munition sollten in den kommenden Jahren folgen.

Auch wenn sie zusammengenommen nur über wenige Gewehre, Säbel, Keulen und Speere verfügten, stellten sich die Einheimischen gegen die neuen Herrscher, um sich vom unsäglichen Joch des Raubens, Mordens und Vergewaltigens endgültig zu befreien, denn, wie ein Zeitzeuge des Kolonialkriegs berichtete: „Wir entschieden uns für den Krieg, weil unsere Häuptlinge sagten, wir würden besser dran sein, wenn wir alle tot wären.“ 

Trotz ihrer offensichtlichen Unterlegenheit hielten die von Seiten deutscher Soldaten und Siedlern auf brutalste Weise geführten Kämpfe über mehrere Jahre an, bis der blutige Konflikt zwischen einer aufstrebenden, industrialisierten Großmacht und einem Volk von Jägern und Sammlernschließlich in einen Völkermord gipfelte, der bis zu 100.000 OvaHerero und Nama das Leben kosten und unsägliches Leid über die überlebenden Einheimischen bringen sollte.

Es sind gewiss schon viele Bücher über Deutsch-Südwestafrika und den Völkermord an den OvaHerero und Nama geschrieben worden, doch die Arbeit des führenden Experten zur deutschen Kolonialvergangenheit in Namibia ragt weit über alles Bisherige hinaus und kann abschließend als das Standardwerk zum Thema verstanden werden. 

Verlag
C.H.Beck
Erscheinungsdatum
20.08.2026
ISBN/EAN
978-3-406-85189-6
Format
Einband - fest (Hardcover)
Seiten
316
Preis
32,00 €
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor

Matthias Häussler ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Diaspora- und Genozidforschung der Ruhr-Universität Bochum und einer der führenden Experten zur deutschen Kolonialvergangenheit in Namibia.

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