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Cover: Wenn das Schlachten vorbei ist

Empfehlung von
Axel Vits, Köln

T.C. Boyle

Wenn das Schlachten vorbei ist

Roman. Aus dem Englischen von Dirk van Gunsteren

Ich will hier gleich sagen, dass ich die letzen Romane von T.C. Boyle nicht alle gelesen habe, obwohl ich – früher – ein absoluter Boyle-Fan war. Aber irgendwie, ich weiß nicht, irgendwie hat mich das nicht mehr so richtig interessiert, worüber er schrieb; kann sein, dass mich, wie zuletzt bei Auster und bei Philip Roth, diese Vielschreiberei bei Autoren, von denen man einmal behauptet hatte, man würde sogar ihre Einkaufszettel lesen mögen, eher störte.

Aber hier ist er wieder, der gute alte Boyle, und er schreibt wie zu seinen besten Zeiten. Auch wenn das Thema Umweltschutz bereits in zwei oder drei seiner Romane eine wichtige Rolle spielte, so hat er sich diesmal darauf eingelassen, die Sache vollends auf die Spitze zu treiben; typisch Boyle eben.

Die Geschichte beginnt im März 1946. Nach einem Schiffsunglück vor der rauen, südkalifornischen Küste treibt die splitterfasernackte Beverly, an eine Kühlbox geklammert, auf eine der Santa-Barbara-Inseln zu, und als sie dort, völlig mit den Nerven herunter, aber glücklich, überlebt zu haben, schließlich strandet, muss sie feststellen, dass die Insel völlig verwaist ist. Oder andersherum: sie ist geradezu überbevölkert. Von vor Jahrhunderten durch Schiffe eingeschleppte Ratten. Und Beverly hasst nichts mehr als Ratten.

Jahrzehnte später. Mittlerweile ist ein richtiggehender Grabenkrieg unter den Umweltschützern entstanden, die sich um die Belange der Inseln kümmern. Die einen, angeführt von der Biologin Alma Boyd Takesue, Beverlys Enkelin, wollen die Inseln in ihren natürlichen Zustand zurückversetzen, indem sie vergiftetes Futter ausstreuen, um so die Ratten auszumerzen. Die andere Gruppe, angeführt von Dave LaJoy, einem erfolgreichen Unternehmer, der eines Tages eine Vision hatte, wie radikaler Naturschutz auszusehen hat, will die Ratten retten, indem sie, illegal natürlich, Futter ausstreut, welches ein Gegenmittel enthält. Die Fronten könnten verhärteter nicht sein, und wo immer sich Alma und Dave begegnen – meist vor Gericht –, kommt es zum heftigen Schlagabtausch, der auch schon mal bewusst unter die Gürtellinie geht. Bis zum großen Showdown müssen die beiden Kontrahenten jedoch feststellen, dass ihre jeweilige übertriebene Tierliebe vor der eigenen Haustür halt macht, oder sagen wir, im Fall von Dave, vor der eigenen Gartentür, denn was tut man, wenn diese gottverdammten Waschbären nicht vom für viel Geld neu verlegten Rasen lassen können? Na ja, man setzt sie halt irgendwo aus, was soll´s.

Boyd versteht es immer, seine Leser mit einem Mix aus Wissenswertem und überdrehten Slapstickeinlagen bei der Stange zu halten. Aber in Wenn das Schlachten vorbei ist übertrifft er sich selbst und knüpft dennoch an die gute alte boylsche Manier an. Ein Romanautor auf der Spitze seines Könnens. Übrigens wieder einmal genial übersetzt von Dirk van Gunsteren.

Dieser Titel ist nicht mehr lieferbar.

Verlag
Hanser Verlag
Erscheinungsdatum
2012
ISBN/EAN
978-3-446-23734-6
Format
Einband - fest (Hardcover)
Seiten
464
Preis
22,90 €
Status
nicht lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor

T.C. Boyle, geboren 1948 in Peekskill, New York, unterrichtet an der University of Southern California in Los Angeles. Er hat Romane und Kurzgeschichten geschrieben und wurde für sein Werk mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erschien im Hanser Verlag Das wilde Kind (2010). T.C. Boyle lebt in Los Angeles.

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