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Cover: Der erste Sohn

Empfehlung von
Axel Vits, Köln

Philipp Meyer

Der erste Sohn

Azs dem Amerikanischen von Hans M. Herzog . Ungekürzte Lesung. Sprecher: Jürgen Tarrach, Hans Peter Hallwachs, Regina Lemnitz

Als 1836 die Republik Texas gegründet wurde, war das Land fruchtbar wie kaum ein zweites in der Region. Wo man nur hinschaute, wuchs bis zum Horizont hüfthohes Gras, entlang der Flussufer standen in dichten Reihen Sassafras und Hartriegel, und in den Wäldern ließ sich Wild jeglicher Art jagen. Dann kamen die ersten Siedler. Sie rodeten die Wälder, bauten Zäune für ihre riesigen Rinderherden und stauten die Flüsse. Innerhalb eines Jahrhunderts sollte sich das einst blühende Land in eine staubige Einöde verwandeln, auf deren ausgelaugten Böden nur noch eines wuchs: Bohrtürme.

Eine der ersten Siedlerfamilien, die sich damals so tief in den von verschiedenen Indianerstämmen bewohnten Westen wagten, um sich dort niederzulassen, waren die McCulloughs. Eli, der älteste Sohn, überlebt mit vierzehn Jahren einen Angriff von marodierenden Comanchen, bei dem die Schwester und die Mutter getötet werden. Er wird von den Indianern verschleppt und Jahre später als vollwertiges Mitglied in ihren Stamm aufgenommen. Sie nennen ihn „Tiehteti-taibo.“ Jämmerlicher kleiner weißer Mann.

Und so beginnt die Geschichte der McCulloughs, die sich über einen Zeitraum von über hundert Jahren erstreckt und stellvertretend für die Geschichte der Eroberung des amerikanischen Westens steht, die – wie könnte es auch anders sein, wenn es heißt, sich anderer Leute Besitz unter den Nagel zu reißen – alles andere als friedfertig vonstattengeht.

Philipp Meyer fegt in seinem mit Spannung erwarteten zweiten Roman alle uns Europäern bis dato geläufigen Klischees über den Wilden Westen vom Tisch wie Brotkrümel. Hier gibt es keine Friedenspfeife rauchenden, mit Steinen und Schlangen sprechenden Indianer, man liest auch nichts von Tabak kauenden, extrem lässig in ihren Sätteln sitzenden Cowboys, hier wird von der ersten Seite an Klartext geredet. Auch wenn einige Szenen in ihrer Brutalität mitunter recht ausführlich beschrieben werden, so verleiht das dem Ganzen dennoch oder gerade deswegen eine höhere Ebene der Authentizität.

Ein großer Roman, den Philipp Meyer da nachgeschoben hat, eine Familiensaga, wie man sie nur selten in die Finger bekommt, und solcherlei Romane müssen nun mal dick sein, was will man machen, aber davon sollten Sie sich keinesfalls ablenken oder aufhalten lassen, Sie würden es hinterher bereuen.

Dieser Titel ist nicht mehr lieferbar.

Verlag
Der Hörverlag
Erscheinungsdatum
2014
ISBN/EAN
978-3-8445-1376-9
Format
Audio-Format (sonst.)
Preis
12,99 €
Status
nicht lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor

Autor
Philipp Meyer, geboren 1974, stammt aus einer Künstlerfamilie, verließ vorzeitig die Schule und hielt sich mit diversen Jobs – unter anderem als Fahrradmechaniker – über Wasser. Mit 20 entschloss er sich zu einem Literaturstudium und schaffte die Aufnahmeprüfung an der Cornell University. Nach seinem Abschluss arbeitete er als Broker an der Wall Street, um seine Schulden zu bezahlen. In dieser Zeit begann er zu schreiben. Ein Stipendium ermöglichte ihm einen Aufenthalt an der University of Texas, wo er seinen ersten Roman „American Rust“ (dt. "Rost") begann. Das Buch gewann den Los Angeles Times Book Prize, war das Washington Post Book of the Year, schaffte es auf diverse Bestsellerlisten und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Philipp Meyer gilt seither als einer der hoffnungsvollsten amerikanischen Nachwuchsautoren. An „Der erste Sohn“ arbeitete er über fünf Jahre. Zur Zeit ist er ein Guggenheim Fellow und lebt in Austin, Texas und New York.

Sprecher
Jürgen Tarrach erhielt seine Schauspielausbildung am Max-Reinhard-Seminar in Wien und steht seit Mitte der 90er Jahre in zahlreichen großen Rollen auf der Bühne.

Hans Peter Hallwachs, geboren 1938 in Jüterbog, ist einer der bekanntesten Film- und Fernsehschauspieler Deutschlands. Er hat in knapp 20 Spielfilmen und über 80 Fernsehfilmen mitgewirkt. 1990 wurde er mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

Regina Lemnitz’ markante Stimme kennt man nicht zuletzt durch die Synchronisation von Hollywoodstars wie Whoopi Goldberg, Roseanne Barr und Kathy Bates.

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