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Cover: Das Buch Gabriel

Empfehlung von
Axel Vits, Köln

DBC Pierre

Das Buch Gabriel

Roman. Aus dem Englischen von Kerstin Riesselmann

»Meine Situation hat keinen Namen. Zum einen, weil ich beschlossen habe, mich umzubringen. Und dann, weil ich mir sage: Es muss ja nicht sofort sein.«

Gabriel Brockwell, ein philosophisch ambitionierter, allen Arten von Drogen zugeneigter junger Mann, der vielleicht noch seinen 26. Geburtstag erleben wird, ist soeben aus einer englischen Entzugsklinik geflohen, in die er, bewusstlos wie er war, tags zuvor von seinem Vater eingeliefert wurde. Gabriel ist ziemlich unten, er hat es satt, das Leben an sich. Erst hat seine Freundin ihm den Laufpass gegeben, was schlimm ist, dann wurde ihm der Job als Frittenaufwärmer in einer Autobahnraststätte gekündigt, was noch zu verkraften wäre, und … ach ja, dann war da noch diese unangenehme Sache mit der Demo – und dem Brandsatz. Jedenfalls steht er kurz davor, die Kasse einer nicht näher bezeichneten Aktivistengruppe zu plündern und sich mit der Barschaft in den nächsten Flieger Richtung Tokio abzusetzen. Denn bevor er sich dann endlich umbringt, hat er zunächst noch eine letzte Aufgabe zu erfüllen. Er will noch einmal richtig die Sau raus lassen, will sich in seinem Limbus aalen und »das hemmungslose, das schrankenlose Genießen suchen«. Und das ausgerechnet bei seinem besten Freund Smuts, der als Koch in einem Tokioter Edel-Restaurant arbeitet, in dem, wie sich bald schon herausstellt, tödlich giftiger Fugu serviert wird. Nach heftigem Alkohol- und Drogenmissbrauch, sowie einem toten japanischen Mafioso, liegt das Restaurant am nächsten Morgen in Schutt und Asche. Smuts wird in Handschellen abgeführt und Gabriel muss seinen Selbstmord auf später verschieben, denn die einzige Chance, seinen Kumpel da wieder heil herauszuholen, besteht darin, in Berlin einen möglichst abgefahrenen Nachtclub aufzutreiben.

Klingt das irgendwie … skurril? Gut.

Denn in seinem dritten (und meines Erachtens besten) Roman zieht der für seine bizarren Ideen ebenso bekannte wie geschätzte Booker-Prize-Träger D.B.C. Pierre alle Register seiner außerordentlichen Fabulierkunst, dieser Roman platz geradezu aus den Nähten vor ausgefallenen, in der Regel völlig überspannten und witzig-makaberen Einfällen, eben genau so, wie man es von D.B.C. Pierre gewohnt ist. Nur heftiger. Noch besser. Dieses Buch ist ein einziger, sich Kapitel um Kapitel zuspitzender Exzess.

Dieser Titel ist nicht mehr lieferbar.

Verlag
Eichborn Verlag
Erscheinungsdatum
2011
ISBN/EAN
978-3-8218-6152-4
Format
Einband - fest (Hardcover)
Seiten
378
Preis
19,95 €
Status
nicht lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor

D.B.C. Pierre wurde als Peter Warren Finlay 1961 in Old Reynella, Australien geboren, wuchs in Mexiko auf und lebt heute in Irland. Seine abenteuerliche Lebensgeschichte – eine wahre Fabel um Betrug, Schulden und Scheitern – machte Schlagzeilen, als er 2003 aus dem Nichts kam und für seinen ersten Roman den Booker-Prize erhielt.

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