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So viel Liebe

Autor
Nilsson, Moni

So viel Liebe

Untertitel
Ein trauriges und tröstliches Buch, das Mut macht. Übersetzt von Angelika Kutsch. Ab 10 Jahre
Beschreibung

Wenn man zehn ist und sich mit seiner aller-allerbesten Freundin so sehr zerstreitet, dass man wochenlang kein Wort mehr miteinander spricht, muss das schon einen handfesten Grund haben. Dass Mama Krebs hat, weiß Lea natürlich, das hatte sie ja schon mal und ist damals wieder gesund geworden. Diesmal ist es anders, und tief drin ahnt Lea, dass es diesmal vielleicht nicht gut ausgehen wird.

So viel Liebe ist ein wunderbares Buch für Kinder und Jugendliche ab 10, ein Buch über das Leben und Sterben, über Mut und Trauer. Und es kann ein enorm tröstliches Buch sein, wenn das Leben Kinder und ihre Familien mit dem Schlimmsten konfrontiert.
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Carlsen Verlag, 2020
Seiten
128
Format
Gebunden
ISBN/EAN
978-3-551-55392-8
Preis
12,00 EUR
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor:

Moni Nilsson wurde 1955 in Bandhagen, Stockholm, geboren und ist eine der bedeutendsten schwedischen Schriftstellerinnen mit zahlreichen Veröffentlichungen weltweit. Bekannt wurde sie im deutschsprachigen Raum vor allem durch ihre – später auch verfilmte – Kinderromanreihe Tsatsiki-Tsatsiki.

Zum Buch:

Wenn man zehn ist und sich mit seiner aller-allerbesten Freundin so sehr zerstreitet, dass man wochenlang kein Wort mehr miteinander spricht, muss das schon einen handfesten Grund haben. Dass Mama Krebs hat, weiß Lea natürlich, das hatte sie ja schon mal und ist damals wieder gesund geworden. Diesmal ist es anders, und tief drin ahnt Lea, dass es diesmal vielleicht nicht gut ausgehen wird.

„Du tust mir so leid.“, sagt Freundin Noa eines Tages mitfühlend zu ihr, und als Lea nach dem Grund fragt, sagt Noa: „Weil Deine Mama sterben wird.“ Wie kann ihre Freundin nur so was sagen?! Das Undenkbare, genau das, was in Lea längst als Ahnung lauert, das aber niemand aussprechen darf, auch und schon gar nicht Noa, von der sie sich jetzt schrecklich verraten fühlt und die noch dazu eine gesunde, super nette Mutter hat. Lea entschließt sich, nie wieder ein Wort mit ihrer Freundin zu sprechen, und verbindet ihren Vorsatz heimlich mit der größten Entschädigung, die man sich nur vorstellen kann: Wenn sie es schafft, wirklich nie nie wieder mit Noa zu sprechen, dann wird Mama wieder gesund.

Ab diesem Tag ist Lea nicht nur mit einem Familienleben konfrontiert, in dem nichts mehr so ist, wie es mal war – ein wortkarger Bruder mitten in der Pubertät, ein Vater, der fast gar nicht mehr arbeiten geht, weil er sich um die Mutter kümmert, und eine Großmutter, die zu Besuch kommt, kocht, aufräumt und immer wieder schlecht verborgen in der Küche weint. Als wäre all das nicht beängstigend genug, ist Lea nun auch noch allein mit all ihren Gedanken, die sie sonst immer mit Noa teilen konnte.

Lea klammert sich an ihren Vorsatz als einziges Gegenmittel gegen die Angst. Es fällt ihr schwer, aber sie hält sich daran, geht auch nicht mehr zu ihrem heißgeliebten Fußballtraining, weil sie dort mit Noa spielen müsste, verschließt ihre Ohren vor allen gut gemeinten Nachfragen und dem Zureden ihrer Eltern, ihres Trainers und ihrer Lehrerin und isoliert sich Tag für Tag mehr von all dem, was ihr eigentlich gut täte, was ihren Abschiedsschmerz lindern könnte. Die Akzeptanz der Tatsache, dass ihre Mutter sterben wird, schleicht sich unendlich langsam in ihr Leben. Dass die Angst vor etwas manchmal noch schrecklicher sein kann als die Tatsache selbst, weil es so viel Kraft kostet, das Unhaltbare festzuhalten, erlebt Lea in den letzten Wochen mit ihrer Mutter. Erst ab dem Zeitpunkt, an dem in der Familie ausgesprochen wird, dass die gemeinsame Zeit zu Ende geht, gesellen sich zu Angst und Trauer auch Liebe, Dankbarkeit und bewusstes gemeinsames Erleben.

Dass beim Lesen nicht nur geweint, sondern auch gelacht werden darf, liegt am mitfühlenden und enorm ehrlichen Blick der schwedischen Autorin Moni Nilsson, die die Situationskomik des Alltags einer Familie im Ausnahmezustand in all ihren Facetten ausmalt. Und dass der Titel So viel Liebe vielleicht erstmal Kitsch oder anderes vermuten lässt, kann irreführend sein. Wichtig ist, dass das Buch seine Leser*innen findet, denn es ist ein wunderbares Buch für Kinder und Jugendliche ab 10, ein Buch über das Leben und Sterben, über Mut und Trauer. Und es kann ein enorm tröstliches Buch sein, wenn das Leben Kinder und ihre Familien mit dem Schlimmsten konfrontiert.

Larissa Siebicke, autorenbuchhandlung marx & co, Frankfurt