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Das Jahr in der Box

Autor
Sieben, Michael

Das Jahr in der Box

Untertitel
Ab 13 Jahren
Beschreibung

Paul, Mehmet und Ken sind selbsternannte MoFs, Menschen ohne Freunde. Und natürlich merkt man gleich, dass da was nicht stimmen kann, wenn sich durch die Gruppenbezeichnung MoF ein paar Jugendliche miteinander verbündet haben, also vielleicht doch längst Freunde sind?
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Carlsen Verlag, 2020
Seiten
256
Format
Gebunden
ISBN/EAN
978-3-551-58396-3
Preis
16,00 EUR
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor:

Michael Sieben, geboren 1977, studierte Wirtschaftswissenschaften in Mainz, Köln und Paris und lebt mit seiner Familie in Berlin. 2011 war er einer der Open-Mike-Finalisten. Für sein Debüt »Ponderosa« erhielt er u.a. das Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium.

Zum Buch:

Paul, Mehmet und Ken sind selbsternannte MoFs, Menschen ohne Freunde. Und natürlich merkt man gleich, dass da was nicht stimmen kann, wenn sich durch die Gruppenbezeichnung MoF ein paar Jugendliche miteinander verbündet haben, also vielleicht doch längst Freunde sind?

Der Erzähler Paul Stelter – von vielen einfach Stelter genannt – packt gerade unwillig seine Sachen, weil sie in eine neue Wohnung umziehen, schon wieder. Bille, seine Mutter, die alle außer Paul ziemlich cool finden, hatte ihn erst vor einem Jahr von Berlin nach Wicker verschleppt, einem kleinen Kaff, dessen Freizeitaktivitäten sich auf auf ein Kino, den Jugendclub Wi1 und eine Trattoria namens Pizza King beschränken. Die ersten Wochen in Wicker waren für Paul die Hölle, und er wäre sofort zurück nach Lichtenberg gezogen, Platte hin oder her.

Und jetzt werden schon wieder die Kisten gepackt, dabei würde sich Paul am liebsten in dem schönen alten Haus des Großvaters verkriechen. Er weigert sich schlicht, die neue Wohnung überhaupt anzusehen. Packen muss er aber eben doch und stößt beim Durchsehen seiner Sachen auch auf die „Box“. In dieser Schachtel schlummern die Dinge, die Paul zu sehr daran erinnern, dass Marco ums Leben kam. Das Wegsperren dieser Dinge hatte ihm sein Psychodoc empfohlen, weil schlafen irgendwie nicht mehr ohne Albträume ging und auch das Essen so schwer fiel, dass Bille ihm damit drohte, ihn über den Tropf zwangszuernähren.

In Rückblenden erfahren wir, was damals passiert ist. Wie Paul an Tag 1 in der Schule zum beliebten Mobbingopfer wurde und wie er sich langsam mit Mehmet und Ken verbündete, die ebenfalls immer wieder Ziel des piesackenden Klassenanführers waren. Und dann gab es da noch Mara, die er nachts dabei erwischte, wie sie den BMW des unangenehmen Nachbars Parlinka mit Graffiti-Drohungen verzierte. Und wenn er das Taschentuch, auf dem sie ihm ihre Nummer geschrieben hatte, nicht weggeworfen hätte, wäre einiges anders kommen.

Der Autor Michael Sieben wollte schon immer Schriftsteller werden und beschäftigte sich auch in seinem 2016 erschienenen Debütroman Ponderosa mit der Zeit, die so verwirrend wie intensiv und grausam sein kann: den Jahren der Adoleszenz. Die Jahre, in denen Freund*innen immer wichtiger werden, Eltern zwar Teil des Alltags, aber nicht mehr Richtungsgeber sind und in denen man herausfindet, wer und mit wem man sein möchte. Mit Das Jahr in der Box gewährt Michael Sieben einen tiefen Einblick in das Miteinander unter Jugendlichen, die ihren Platz suchen und lernen müssen, mit dem ersten Tod eines Freundes klarzukommen, jeder für sich allein. Freundschaft, Liebe, Glück und Verlust gehen dabei fließend ineinander über und stehen daher umso mehr für diese Zeit, in der alles möglich scheint. Michael Sieben findet in seinen Romanen genau die richtige Sprache, um junge Menschen dort abzuholen, wo sie sich gerade befinden, mitten in ihren Themen, ihren Zweifeln, ihrem Leben. Und das liegt vielleicht daran, dass er selbst schon mit zehn eine erste Geschichte von über 100 Seiten schrieb.

Larissa Siebicke, autorenbuchhandlung marx & co, Frankfurt