
Benedict Jucker (1811–1876) war ein Visionär. Als Komponist, Münsterorganist und wegweisender Orgel- und Klavierpädagoge prägte er das Basler Musikleben im 19. Jahrhundert wesentlich. Erstmals werden hier seine kurz vor dem Tod verfassten autobiografischen Notizen, seine Korrespondenz mit wichtigen Musikerpersönlichkeiten sowie weitere Dokumente publiziert. Aufschlussreich sind der Briefwechsel mit seinem Lehrer Johann Christian Heinrich Rinck (1770–1846) und mit dem Orgeltheoretiker und Komponisten Johann Gottlob Töpfer (1791–1870) sowie Dokumente seines Lehrers Johann Nepomuk Hummel (1778–1837). Beharrlich verfolgte er die Idee einer romantischen Orgel für das Basler Münster. Nach fast 20-jähriger Vorbereitung, zusammen mit dem Orgelbauer Friedrich Haas (1811–1886), konnte Jucker die neue Orgel 1857 vor grossem Publikum einweihen.