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Wolkenkuckucksland

Autor
Doerr, Anthony

Wolkenkuckucksland

Untertitel
Roman. Aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence.
Beschreibung

Eine Geschichte kann Menschen in verschiedenen Zeitaltern miteinander verbinden. Sie kann heilen, in ferne Länder entführen, Neugierde wecken, Leben verändern. Von einer solchen Geschichte – so einfach wie unglaublich – erzählt der Pulitzer-Preisträger Doerr in seinem neuen Roman Wolkenkuckucksland.
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
C.H.Beck Verlag, 2021
Seiten
532
Format
Gebunden
ISBN/EAN
978-3-406-77431-7
Preis
25,00 EUR
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor:

Anthony Doerr lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in Boise, Idaho. Neben Erzählungsbänden veröffentlichte Doerr die Romane “Winklers Traum vom Wasser” und “Alles Licht, das wir nicht sehen”, für den er 2015 den Pulitzer Prize erhielt. Der Roman wurde zu einem Weltbestseller und in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Für seine Erzählungen hat Doerr bislang vier Mal den renommierten O. Henry Prize erhalten, neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt er auch drei Mal den Pushcart Prize.

Zum Buch:

Eine Geschichte kann Menschen in verschiedenen Zeitaltern miteinander verbinden. Sie kann heilen, in ferne Länder entführen, Neugierde wecken, Leben verändern. Von einer solchen Geschichte – so einfach wie unglaublich – erzählt der Pulitzer-Preisträger Doerr in seinem neuen Roman Wolkenkuckucksland.

Anna lebt im 15. Jahrhundert in Konstantinopel. Ihr Wissensdurst ist für ein Mädchen lebensgefährlich. Aber was sie bis zu ihrem zwölften Lebensjahr gelernt hat, wird dazu beitragen, dass sie mit einem wertvollen Manuskript in ihrem Stoffbeutel aus Konstantinopel am Tag der Eroberung der Stadt durch den osmanischen Sultan im Jahr 1453 fliehen kann.

Das von Anna gerettete Manuskript wird 2018 in Urbino wiederentdeckt und von Zeno, einem über 80-Jährigen, in Lakeport aus dem Altgriechischen ins Englische übersetzt. Fünf Jugendlichen, die zufällig einen Nachmittag mit Zeno in der Bibliothek von Lakeport verbringen, erzählt er die Geschichte des einfältigen Hirten Aethon. Der Hirte verwechselt ein Theaterstück mit der Wirklichkeit und macht sich auf die Suche nach dem Wolkenkuckucksland, in dem niemand zu leiden hat und alle weise sind. Auf seinem langen Weg ins vermeintliche Glück verwandelt er sich zuerst in einen Esel, dann in einen Fisch und schließlich in eine Krähe. Die Fünftklässler sind Feuer und Flamme, sie bereiten mit Zeno eine Aufführung vor. Als sie mitten in der Generalprobe stecken, wird ein Anschlag auf die Bibliothek verübt.

An ihrem zehnten Geburtstag darf Konstance mit der Bibliothekarin Mrs Flowers zum ersten Mal die Bibliothek der Argos betreten. Das interstellare Generationenschiff in Form einer Scheibe ist von der Erde zum Planeten Beta Oph 2 unterwegs. In die Bibliothek kommt man nur mit Hilfe des Bordcomputers Sybil, einer Virtual-Reality-Brille und eines Perambulators, auf den man sich stellt. Dann aber liefern die Bücher auf beeindruckende Weise Informationen zu allen möglichen Fragen. Als auf dem Generationenschiff eine lebensbedrohliche Seuche ausbricht, wird Konstance von ihrem Vater in ein Gewölbe mit dem Bordcomputer eingeschlossen. Länger als ein Jahr verbringt sie dort und erforscht mit Hilfe der Bibliothek nicht nur Aethons Geschichte, sondern auch die erschütternde Wahrheit der Argos.

Anna, Konstance, die Jugendlichen, die der alte Übersetzer um sich geschart hat: Sie alle eint die Neugierde, der Wunsch nach Erfahren und Lernen. Auch Zeno und selbst Seymour, der den Anschlag auf die Bibliothek verübt, treibt nichts anderes an. Die Lebenslinien der in drei verschiedenen Zeitaltern lebenden Figuren werden vom Autor noch an vielen anderen – unvorhersehbaren – Punkten verwoben, und schon auf den ersten Seiten dieses ebenso spannenden wie kunstvollen Erzählgeflechts ahnt man, dass der Lesegenuss viel zu schnell zu Ende sein wird.

Susanne Rikl, München