Alle Empfehlungen

Drucken

Alle Empfehlungen

Autor
Winchester, Simon

Ein Riss durch die Welt - Amerika und das Erdbeben von San Francisco 1906

Untertitel
Aus dem Englischen von Harald Stadler
Beschreibung

Am 18. April 1906 zerstört ein Erdbeben unvorstellbaren Ausmaßes die Küstenmetropole San Francisco. Tausende kommen um, viel mehr noch werden obdachlos. Das Beben dauerte ein paar Minuten nur. Dann kommt das Feuer. Eine Stadt verschwindet.

Verlag
Knaus, 2006
Format
Gebunden
Seiten
448 Seiten
ISBN/EAN
978-3-8135-0240-4
Preis
22,95 EUR

Zum Buch:

Clarence Judson wohnte in Ocean Beach, San Francisco, Kalifornien. Da sein Haus nur einen Steinwurf vom Strand entfernt lag, und Mr. Judson noch dazu als ein leidenschaftlicher Schwimmer bekannt war, ging er, allein mit Schuhen, Bademantel und Hut bekleidet, auch an diesem Morgen in aller Frühe die wenigen Schritte hinunter zum Strand. Etwas war heute jedoch anders als sonst. Etwas stimmte mit der Brandung nicht, das Meer bewegte sich … nun ja, irgendwie komisch. Mr. Judson dachte kurz nach. Dann schlüpfte er aus den Schuhen, legte Hut und Bademantel ab und watete mit beherzten Schritten in den kalten Pazifik hinein. Kaum war er drin, überrollte ihn eine riesige Woge, deren anschließender Sog ihn aufs Meer zu schleppen drohte. Judson blieb zunächst ruhig. Er kannte sich mit dem Meer aus, er wußte, was in solch einer Situation zu tun war. Als mit einem Mal ein gewaltiges Beben durch das Meer pflügte, so stark, als ob die Erde sich selbst kratzen würde. Es ist der 18. April 1906, kurz nach fünf Uhr morgens. Ganz San Fransisco liegt in Schutt und Asche. Die wenigen Gebäude, die dem keine fünf Minuten andauernden Erdbeben standhielten, wurden in der nachfolgenden Feuersbrunst bis auf die Grundmauern zerstört, mehrere Zehntausend Einwohner kamen ums Leben, Hunderttausende wurden Obdachlos, es war eine der schlimmsten Naturkatastrophen in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Und nichts spricht dagegen, daß sie sich nicht bald schon wiederholen könnte. Simon Winchester, der bereits mit seinem Buch über den Ausbruch des Krakataus (übrigens sehr zu empfehlen) bemerkenswertes Talent damit bewiesen hatte, wie lebendig man Geschichte nacherzählen kann, überzeugt auch mit Ein Riss durch die Welt durch seine anschauliche, ebenso lehr- wie romanhafte, fesselnde Erzählweise. Kurz bevor ich das Buch zum ersten Mal in die Hand nahm, hatte ich zufällig einen Artikel über Erdbeben gelesen, und darin wurde die Anzahl der fühlbaren Erdbeben mit etwa 170000 angegeben. Pro Jahr, versteht sich. Doch es kommt noch dicker, denn anhand hochsensibler Messgeräte lassen sich angeblich weltweit über eine Millionen Beben nachweisen. Wie gesagt, pro Jahr. Nachdem ich dann Winchesters Buch ausgelesen hatte, war mir definitiv klar, auf was für einem zerbrechlichen, einem Frühstücksei ähnlichen Zuhause wir uns hier befinden. Eine Millionen, dachte ich. Dann blieb ich still in meinem Sessel sitzen und horchte. Autorenportrait: Simon Winschester gilt als einer der erfolgreichsten Auslandskorrespondeten und Sachbuchautoren. Er hat aus fast allen Länder der Welt berichtet und lebt heute in Nebraska, USA. Axel Vits, Der andere Buchladen Köln