Empfehlung von
Larissa Siebicke, Autorenbuchhandlung Marx & Co, Frankfurt am Main
Mareike Fallwickl
Liebe Jorinde oder Warum wir einen neuen Feminismus des Miteinanders brauchen
In ihrem Essay „Liebe Jorinde oder…“ plädiert Mareike Fallwickel für eine neue, inklusive Form des Feminismus. Eine Form, die Geschlechter überwindet und in der es um Menschen statt um vermeintliche Gegner geht.
Die Autorin unterstreicht, dass alle unter den aktuell patriarchal geprägten Strukturen leiden, Männer wie Frauen. „Männer brauchen den Feminismus, damit sie befreit werden von all den vergifteten Vorstellungen, wie sie zu sein haben und wie sie leben müssen. Aber der Feminismus braucht umgekehrt die Männer. Weil wir nicht vom Fleck kommen, wenn wir gegen die männliche Übermacht anbrüllen.“
Fallwickl verdeutlicht, wie grausam und umfassend der Drill ist, der die Söhne von ihren Gefühlen entfremdet, von ihrer angeborenen Empathie und ihrer Sanftheit trennt, um einem überkommenen Männerbild zu entsprechen.
Patriarchale Logik prägt die aktuelle Politik und Wirtschaft und stellt die Grundlage der globalen Konflikte dar. Um einen Ausweg aus dieser Spirale zu finde, scheint ein Zeitenwechsel unumgänglich: Fallwickl spricht sich klar für ein Miteinander anstelle eines Gegeneinanders aus, sieht die Männer der nächsten Generation an der Seite der Frauen im Kampf gegen das Patriarchat – ein neues Bündnis für eine gesellschaftliche Transformation hin zu zukünftigen friedlicheren Formen.
Ergänzend zu den feministischen Romanen der österreichischen Autorin lässt sich dieser mit 70 Seiten überschaubare Essay gut auch Menschen in die Hand geben, die sich nicht täglich mit Feminismus, seinen Formen und Fallstricken beschäftigen. Warum Mareike Fallwickl ihren Brief an die 49-jährige Regisseurin Joride Dröse adressiert, bleibt offen und eröffnet so vielleicht eine umso universellere Lesart des Geschriebenen.
Die im (konsequent nachhaltig produzierenden) Kjona Verlag erscheinende Reihe Briefe an die kommenden Generationen lohnt ohnehin einen zweiten und einen dritten Blick. Die Titel Liebe Enkel oder die Kunst der Zuversicht von Gabriele von Arnim z.B. oder auch Lieber Jonas oder Der Wunsch nach Selbstbestimmung von Linus Giese stellen Lesenden in Form eines persönlichen Briefs neue Standpunkte und Blickwinkel zur Verfügung.
- Verlag
- Kjona Verlag
- Erscheinungsdatum
- 2025
- ISBN/EAN
- 978-3-910372-42-9
- Format
- Einband - fest (Hardcover)
- Seiten
- 70
- Preis
- 20,00 €
- Status
- lieferbar
Zur Autorin / Zum Autor
Mareike Fallwickl, 1983 geboren, lebt mit ihrer Familie im Salzburger Land. Ihr Roman »Die Wut, die bleibt« (2022) war ein großer Erfolg bei Presse und Publikum, kam bei den Salzburger Festspielen auf die Bühne und wird fürs Kino verfilmt. . »Und alle so still« (2024) gelangte in die Top 10 der SPIEGEL-Bestsellerliste und wird ebenfalls fürs Theater inszeniert. Mareike Fallwickl setzt sich für Literaturvermittlung ein, mit Fokus auf weiblichen und diversen Erzählstimmen.