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Cover: Anton und Alma

Empfehlung von
Caro Geißler, Autorenbuchhandlung Marx & Co, Frankfurt am Main

Dana Vowinckel

Anton und Alma

Roman. Auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2026

Anton und Alma lernen sich als Jugendliche beim Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Als sie sich Jahre später – Mitte zwanzig – wiedersehen, leben sie beide in Berlin, torkeln durchs Studium und kämpfen auf ihren jeweils eigenen Baustellen. Alma ist einsam, kann nicht von ihrer Jugendliebe Marlon loskommen und wird immer wieder von ihrer Angst überrumpelt, verlassen zu werden. Ihr Vater ist früh verstorben, die neue Familie ihrer Mutter wird nie zu ihrer eigenen. Anton hat depressive Phasen, seine Eltern streiten viel, er ist enttäuscht von beiden und sucht dennoch ihre Nähe. Als sich Alma und Anton wiedertreffen, entsteht zwischen beiden eine Liebesgeschichte, die sich zunächst vorsichtig und dann umso intensiver entfaltet.

Vowinckel erzählt mit Witz, Verständnis und viel Einfühlungsvermögen die Beziehungsgeschichte zwischen Anton und Alma. Es sind nicht die großen Momente, wie der Bezug der gemeinsamen Wohnung oder Almas erstes Pessachfest bei Antons Familie, sondern die vielen kleinen, die ihre Beziehung so nahbar und real erscheinen lassen. Die Erzählung ihres Glückes wird immer wieder von alltäglichen Konflikten durchbrochen, von Ängsten, Aushandlungen, Missverständnissen und Versöhnungen. Als Anton für seinen PhD nach New York geht, hält ihre Beziehung dem gegenseitigen Unverständnis und der Angst nicht stand. Alma findet in der jüdischen Gemeinde nur langsam wieder Halt und denkt über einen Übertritt nach.

Anton forscht währenddessen zu der Erzählung über die Massenkonversion der Chasaren zum Judentum. Ihn beschäftigt die Frage, wie Geschichte erzählt wird, wie sich Ideologie und Geschichtsschreibung bedingen. Welche Narration bestimmt die Geschichte – Satire, Komödie, Romanze oder Tragödie? Die Reflexion über gegenwärtige politische Konflikte wird so mit der Auseinandersetzung über den Ursprung des jüdischen Volkes verwoben.

Die Anschläge des 7. Oktobers und der folgende Krieg lassen das Leben in New York für Anton unaushaltbar werden. Er sucht eine Position und Haltung, wird von allen vor den Kopf gestoßen: seinen amerikanischen jüdischen Freund*innen, seinen Großeltern, seinen Eltern. Vowinckel beschreibt verzweifelte Versuche der Navigation, um eine Haltung zu finden – zwischen der Angst nach den Schrecken und Gräueltaten des siebten Oktobers, den Verbrechen der israelischen Armee in Gaza, der Angst vor dem Krieg und der fortwährenden Vertreibung und Ermordung von Jüdinnen und Juden.

In dem Roman findet sich eine differenzierte, verständnisvolle, empathische und aufrichtige Auseinandersetzung mit den Folgen des Krieges für das israelische und das palästinensische Volk. Zugleich beschreibt und kritisiert er die antisemitische Gewalt, aber auch den Philosemitismus in Deutschland. Dana Vowinkel schreibt eine wunderschöne, liebenswürdige, nahbare und traurige Geschichte über die Beziehung zwischen Anton und Alma – Romanze, Satire, gelegentlich Komödie und schließlich große Tragödie.

Verlag
Suhrkamp
Erscheinungsdatum
2026
ISBN/EAN
978-3-518-43297-6
Format
Einband - fest (Hardcover)
Seiten
542
Preis
26,00 €
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor

Dana Vowinckel wurde 1996 in Berlin geboren und studierte Linguistik und Literaturwissenschaft in Berlin, Toulouse und Cambridge. Ihr gefeierter Debütroman Gewässer im Ziplock wurde mit dem Buchpreis Familienroman der Stiftung Ravensburger, dem Literaturpreis der Deutschen Wirtschaft und dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet, für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert, in mehrere Sprachen übersetzt und für die Bühne adaptiert. Für Anton und Alma erhielt sie unter anderem das Jahresstipendium des Deutschen Literaturfonds. Sie lebt in Berlin.

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