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Autor
Bailly, Pierric

Jims Roman

Untertitel
Roman. Aus dem Französischen von Paul Sourzac
Beschreibung

Aymeric ist ein netter Typ. Ein bisschen zu nett vielleicht; er lässt sich leicht um den Finger wickeln. Bis er merkt, was er wirklich will (oder nicht will), steckt er schon mitten drin. Und muss meistens dafür büßen. Wirklich hart trifft es ihn, als er wegen illegalen Entsorgens von Asbest mit Anfang 20 in den Bau muss. Aber das ist noch nichts gegen die Sache mit Jim …
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Secession Verlag für Literatur, 2022
Format
Gebunden
Seiten
205 Seiten
ISBN/EAN
9783907336151
Preis
24,00 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Pierric Bailly wurde 1982 in Champagnole im Jura geboren und lebt heute in Lyon sowie auf dem Land. Er hat bislang fünf Romane veröffentlicht. Jims Roman ist sein erstes Werk in deutscher Übersetzung.

Zum Buch:

Aymeric ist ein netter Typ. Ein bisschen zu nett vielleicht; er lässt sich leicht um den Finger wickeln. Bis er merkt, was er wirklich will (oder nicht will), steckt er schon mitten drin. Und muss meistens dafür büßen. Wirklich hart trifft es ihn, als er wegen illegalen Entsorgens von Asbest mit Anfang 20 in den Bau muss. Aber das ist noch nichts gegen die Sache mit Jim …

Jim ist Aymerics ein und alles, er liebt ihn wie seinen eigenen Sohn. Mit Jims Mutter Florence, eigentlich Flo, kommt Aymeric nach seiner Zeit im Bau zusammen, er 26, sie 40 und ziemlich schwanger; sie kennen sich von früher und treffen sich auf einem Konzert. Beide sind ein bisschen verloren auf dem Land, in den Dörfern des Jura: Aymeric mit seiner Leidenschaft fürs Fotografieren und Flo als gealterte Rockerin. Aber als Flos Mutter Monique in der Abgeschiedenheit ihres kleinen Weilers nicht mehr allein zurechtkommt, zieht die junge Familie – völlig klar, da muss man gar nicht lange überlegen – nach Les Trois Cheminées. Aymeric arbeitet weiterhin als Zeitarbeiter, Flo im Krankenhaus von Saint-Claude.

Jim geht schon zur Schule, als eines Tages sein leiblicher Vater Christophe auftaucht. Während seiner Affäre mit Flo wollte er von dem Kind nichts wissen, hatte selbst Frau und Kinder. Aber vor sechs Monaten ist seine Familie bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Er sitzt in Flos Wohnzimmer, als Aymeric von der Spätschicht nach Hause kommt.

Flo wird von nun an mit Christophe leben und verhindert in den nächsten Jahren gnadenlos jeglichen Kontakt zwischen Jim und seinem Stiefvater. Aymeric erzählt von dieser Wende in seinem Leben schlicht und ohne Vorbehalte, aber mit einer unendlich großen Distanz zu sich selbst. Zerrissenheit, Schmerz, Entsetzen, all das ist in jener Distanz festgeschrieben. Als Jim, inzwischen erwachsen, bei Aymeric auftaucht, hat der endlich seinen Weg ins Leben gefunden, hat das Fotografieren zum Beruf gemacht, hat ein altes Haus renoviert, in dem er lebt. Ob er auch den Weg zu Jim finden wird – durch die Lügen der letzten Jahre hindurch?

Susanne Rikl, München