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Autor
Currey, Mason

Musenküsse. Die täglichen Rituale berühmter Künstlerinnen

Untertitel
Aus dem Englischen von Anna-Christin Kramer und Jenny Merling
Beschreibung

Die eine Frau erkämpft sich tagtäglich ihren künstlerischen Freiraum. Die andere schreibt vorzugsweise in High Heels. Für wieder eine andere fühlt sich der obligatorische Spaziergang während einer Arbeitspause wie Schwänzen an. Mason Currey hat sich im dritten Band seiner Musenküsse voll und ganz dem weiblichen Geschlecht verschrieben, und es ist erneut eine amüsante Kurzweil, einen Blick hinter die Kulissen zu wagen.
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Kein & Aber, 2020
Format
Gebunden
Seiten
288 Seiten
ISBN/EAN
978-3-0369-5812-5
Preis
16,00 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Mason Currey wurde in Pennsylvania geboren und studierte an der University of North Carolina. Seine Artikel erschienen in Zeitungen wie der New York Times oder Slate. Aus seinem beliebten Blog »Daily Routines« entstanden die Bücher der Musenküsse-Reihe. Er lebt in Los Angeles.

Zum Buch:

Erneut hat sich Mason Currey, der Voyeur kreativer Prozesse, seinem Spezialgebiet gewidmet und eine Sammlung kurzer Abrisse des Arbeitsalltags zahlreicher Größen der Kunstwelt veröffentlicht. Seit 2014 der erste Band der Musenküsse erschien, erfreut er sich einer ständig wachsenden Leserschaft, die einen Blick hinter die vielbeschworenen Kulissen der für gewöhnlich eher unnahbaren Berühmtheiten werfen wollen – welche letzten Endes auch nur mit Wasser kochen. Diesmal jedoch hat Currey seinen Fokus voll und ganz auf das weibliche Geschlecht gerichtet, und so lernt der geneigte Leser die Angewohnheiten, Grillen und Spleens etlicher Persönlichkeiten kennen, die die Kunstszene der vergangenen Jahrhunderte bestimmt haben und sich teilweise mit harten Bandagen einer Männerdomäne entgegenstellen mussten, die längst noch nicht bereit für ein Umdenken war.

Persönlichkeiten wie zum Beispiel Elena Ferrante, die von sich sagt, wenn sie nicht das dringende Bedürfnis zu schreiben empfände, dann hülfe alles nichts, dann mache sie einfach etwas anderes. Es gebe ja schließlich immer etwas Besseres zu tun. Marlene Dietrich hingegen behauptete von sich: „Je mehr Arbeit, desto weniger Zeit für Neurosen. “ Auch Coco Chanel war ein Workaholic. Sonn- und Feiertage konnte sie nicht ausstehen. Dorothy Parker indes hasste den Schreibprozess regelrecht und schaffte es oft nicht rechtzeitig, ihre Artikel abzugeben. Sie behauptete von sich, Schreiben sei ihr eine Qual und: „Bis auf das Schreiben macht mir alles Spaß.“

Isabel Allende beginnt jedes neuer Buch am 8. Januar, dem Tag, an dem sie den Brief an ihren Großvater begann, aus dem schließlich ihr erster Roman Das Geisterhaus wurde, und Carolee Schneemann musste gar zuerst den Abwasch hinter sich bringen, bevor sie überhaupt nur ans Schreiben denken konnte.

Auf wenigen Seiten gelingt es Mason Currey, das Interesse des Lesers zu bannen und kurzweilig auf solche Besonderheiten der Kunstschaffenden hinzudeuten, von denen man üblicherweise nie bis selten etwas erfährt. Ein gelungenes kleines Nachschlagewerk und darüberhinaus ein absolut passendes Geschenk für alle möglichen Gelegenheiten.

Axel Vits, Der andere Buchladen, Köln