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Autor
Chevrier, Simon

Foto auf Anfrage

Untertitel
Roman. Aus dem Französischen von Christian Ruzicska
Beschreibung

New York in den 1980er Jahren. Ein junger Mann wird fotografiert. Er sitzt im Atelier des Fotografen Peter Hujer. Sein Name ist Daniel Schock. Er guckt in die Kamera. Er ist nackt. Sein linker Fuß liegt auf seinem rechten Bein. Seinen Kopf hält er nach unten. Den großen Zeh hat er im Mund.

Das Foto mit dem Namen „Daniel Schook sucking toe“ entdeckt der namenlose Ich-Erzähler des Romans über dem Bett seines Freundes. Es ist das Jahr 2020 in Toulouse, kurz vor der Pandemie. In kurzen, sich abwechselnden Ausschnitten berichtet er von seinem Leben – der Arbeit als Escort, seinem Scheitern und dem Tod seines Vaters.
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Albino Verlag, Salzgeber Buchverlage, 2026
Format
Seiten
Seiten
ISBN/EAN
978-3-86300-403-3
Preis
24,00 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Simon Chevrier, Jahrgang 1992, studierte Anglistik und Literatur in Le Havre, London und Galway. In seiner Heimat Frankreich wurde sein Debütroman vielfach mit Annie Ernaux verglichen. Im Mai 2025 wurde das Buch mit dem “Goncourt du Premier Roman” ausgezeichnet.

Zum Buch:

New York in den 1980er Jahren. Ein junger Mann wird fotografiert. Er sitzt im Atelier des Fotografen Peter Hujer. Sein Name ist Daniel Schock. Er guckt in die Kamera. Er ist nackt. Sein linker Fuß liegt auf seinem rechten Bein. Seinen Kopf hält er nach unten. Den großen Zeh hat er im Mund.

Das Foto mit dem Namen „Daniel Schook sucking toe“ entdeckt der namenlose Ich-Erzähler des Romans über dem Bett seines Freundes. Es ist das Jahr 2020 in Toulouse, kurz vor der Pandemie. In kurzen, sich abwechselnden Ausschnitten berichtet er von seinem Leben – der Arbeit als Escort, seinem Scheitern und dem Tod seines Vaters. Oft brechen die Ausschnitte mitten in der Erzählung ab. So wirkt die Geschichte wie eine Aneinanderreihung von einzelnen Fotos in Sprachform. Der Rhythmus der Erzählung ist dadurch aber nicht abgehackt. Er bewegt sich strukturiert und stückweise fort, wie durch ein Mosaik.

Der Ich-Erzähler kommt immer wieder auf das Foto von Peter Hujer zurück. In dem Ausdruck Daniel Schocks findet er sich selbst wieder. Er versucht herauszufinden, wer dieser Junge war, schreibt alte Freunde des an Aids verstorbenen Fotografen an. Aber niemand kannte Daniel Schock wirklich gut. Wahrscheinlich ist er auch an Aids gestorben, vermuten einige. Selbst Peter Hujer schien Daniel Schock nicht wirklich zu kennen. In der Beschreibung des Fotos schrieb er seinen Namen falsch. Sich selbst verloren fühlend in seinem Leben zwischen Prostitution, Trauer und dem obsessiven Wunsch nach echter Zuneigung, fühlt sich der Ich-Erzähler immer weiter angezogen von dem Mysterium um Daniel Schock.

Simon Chevrier ist mit seinem Debutroman etwas Außergewöhnliches gelungen. In prägnanten, kurzen Sätzen erzählt er eine Geschichte, die sich in Form und Inhalt von der Masse an Neuerscheinungen absetzt

Friedrich Wolff, Buchladen Land in Sicht, Frankfurt