
Der heute weitgehend vergessene Pädagoge und jüdische Intellektuelle Ernst Akiba Simon (1899–1988) gehörte seit den späten 1920er Jahren zu den zentralen Akteuren der religiösen Kibbuzbewegung und des Brith Schalom. Als Essayist begleitete er über ein halbes Jahrhundert lang die politische Entwicklung des Zionismus und zählte zu den bekanntesten Kritikern David Ben Gurions. Als Pädagoge und Professor an der Hebräischen Universität suchte Simon nach Wegen der Verständigung zwischen jüdischen und arabischen Menschen in Palästina und trug zum Aufbau der Beziehungen zwischen Deutschland und Israel bei. Auf Grundlage umfangreicher Archivrecherchen analysierte Nora Kissling Korrespondenzen und vergessene Manuskripte und bettete sie in den zeithistorischen Kontext ein. Die daraus entstandene Biografie ruft eine Persönlichkeit in Erinnerung, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzte, ohne dabei den Konflikt zu scheuen.