
Das normannische Sizilien (1060/61–1189) war Schnittpunkt der lateinisch-westlichen, der byzantinisch-östlichen sowie der islamisch-orientalischen Kultur. Die Auseinandersetzung mit primär arabisch-islamischen Quellen förderte Erkenntnisse hinsichtlich muslimischen Lebens und dessen Ausgestaltung während christlich-normannischer Herrschaft auf Sizilien zu Tage. Dabei verdeutlichte sich, dass die Vorstellungs- und Ordnungswelten der Muslime inkongruente sind. Die Koexistenz von Christen und Muslimen auf Sizilien unter normannischer Herrschaft führte in verschiedenen Bereichen zu Kooperation und Konflikt, zu Vermischung und Abgrenzung der beiden Bevölkerungsgruppen. Mit der normannischen Eroberung Siziliens nahm ein langsamer Vertreibungsprozess der Muslime aus dem von ihnen so bezeichneten Paradies seinen Lauf.