
Während meiner Ausbildung zum Grund- und Hauptschullehrer habe ich nichts darüber erfahren, dass ich mich als Mensch besser kennenlernen muss, um mich in der Beziehung zu Schüler*innen persönlich verantworten zu können. Wir setzten uns nicht mit unserer Biografie auseinander. Wir befassten uns stattdessen mit der Frage, wie wir uns durchsetzen und für Ruhe sorgen können. (Andreas Reinke) Andreas Reinke beschreibt Schule als ein Beziehungssystem, in dem Haltungen, Erwartungen und Rahmenbedingungen darüber entscheiden, ob und wie Lehrerinnen, Schülerinnen und Eltern in Verbindung kommen. Im Mittelpunkt stehen nicht Methoden oder Programme, sondern Aspekte wie Beziehungsgestaltung und Verantwortung. Das Buch richtet den Blick auf Situationen, die vielen Lehrkräften vertraut sind: Konflikte mit Schüler*innen, schwierige Elterngespräche, herausfordernde Momente im Lehrerzimmer, schlaflose Grübelnächte. Es zeigt, warum Beziehungskompetenz auf Selbstführung fußt und weshalb Gleichwürdigkeit kein pädagogischer Ansatz ist, sondern eine Haltung, die sich auf das Entscheidende in jeder Schule bezieht: die Menschen.