
Die Abhandlung „Präkolumbische Kulturen in der nördlichen Chichimeca“ von Volker W. Böhler beschäftigt sich mit den bislang wenig beachteten Kulturen des nordamerikanischen Südwestens und Nordmexikos vor der Ankunft der Europäer. Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass diese Region in der Forschung lange als unbedeutend galt, obwohl sie von vielfältigen indigenen Kulturen besiedelt war. Zunächst wird das geografische Gebiet der nördlichen Chichimeca beschrieben sowie seine klimatischen und natürlichen Bedingungen. Anschließend gibt der Text einen Überblick über die wichtigsten Sprachgruppen der dort lebenden Völker. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung der Kulturen: Zunächst werden vorkeramische Kulturen dargestellt, die als Jäger und Sammler lebten. Diese entwickelten sich im Laufe der Zeit weiter, insbesondere durch den Übergang zur Landwirtschaft. Darauf folgt die Darstellung der keramischen Kulturen, die durch Sesshaftigkeit, Ackerbau und eine zunehmende soziale Organisation geprägt sind. Zu den bedeutendsten Kulturen zählen die Mogollon-, Hohokam- und Anasazi-Kultur. Diese werden ausführlich hinsichtlich ihrer Lebensweise, Architektur, Keramik und religiösen Vorstellungen beschrieben. Auch kleinere Kulturgruppen und ihre Wechselwirkungen werden berücksichtigt. Abschließend zeigt die Arbeit, dass viele dieser Kulturen miteinander verbunden waren und sich gegenseitig beeinflussten. Einige gingen in anderen Kulturen auf oder wirken bis in heutige indigene Gemeinschaften fort.