
Als Charles Darwin 1859 seine Evolutionslehre in die Welt setzte, entzog er jeglichen Schöpfungstheorien den Boden unter den Füßen und setzte sich damit heftigen Anfeindungen aus. Vor allem der Gedanke, dass die unerschöpfliche Gestaltungskraft Gottes ausgerechnet durch den Zufall ersetzt werden sollte, wollte den Menschen dieser Zeit nicht in den Kopf. Aber so war es ja auch nicht, denn Darwin hatte vielmehr einen Mechanismus aufgedeckt, der die Kreativität des Zufalls zwar nutzt, ihn ähnlich der Atomkraft bei der kontrollierten Kernspaltung aber zähmt und in konstruktive Bahnen lenkt. Wie man heute weiß, ist es ein sehr mächtiger Mechanismus, der aufgrund seiner Vielgestaltigkeit auch an anderen Stellen des Lebens Schlüsselpositionen einnimmt und dabei regelmäßig Phänomene zutage treten lässt, die wir mit dem unscharfen Begriff der Intelligenz verbinden. Drängt sich da nicht die Frage auf, ob auch den bisher ungeklärten Kernmechanismen tierischen (und damit nicht zuletzt menschlichen) Verhaltens ein evolutionärer Prozess zugrunde liegt? Das vorliegende Buch geht dieser Frage nach und führt den Leser auf einen Weg, der von den fundamentalen Merkmalen des Lebens über die Geheimnisse der Vererbung, der Immunsysteme und der Nervensysteme zu intelligenten Superorganismen führt. Wer bereit ist, diesem Weg bis zum Ende zu folgen, gelangt zu Einsichten, die ebenso spannend wie beunruhigend sind.