
Angesichts des andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ist München seit Februar 2022 erneut zu einem Zufluchtsort für Tausende geworden – für Frauen, Kinder, Alte und Junge aus der Ukraine ebenso wie für eine kleinere Zahl russischer Regimegegner, die ihr Heimatland aus politischer Überzeugung verlassen haben. Die bayerische Landeshauptstadt, selbst tief geprägt von den Erfahrungen der Nachkriegszeit 1945, verfügt heute über ein mehrstufiges, gut koordiniertes Unterstützungssystem: von der Erstregistrierung im Ankunftszentrum über die Vermittlung in kommunale oder private Unterkünfte bis hin zu rechtlicher Beratung, Sprachförderung, Zugang zum Arbeitsmarkt und psychosozialer Betreuung. Zahlreiche ehrenamtliche Initiativen begleiten die Geflüchteten bei der Orientierung im neuen Alltag und tragen wesentlich zur temporären sozialen Integration bei. Diese Hilfsstrukturen entstanden nicht aus dem Nichts – sie haben historische Wurzeln in München. Ein Blick in die unmittelbare Nachkriegszeit zeigt, wie eng heutige Herausforderungen mit den Erfahrungen früherer Flucht- und Migrationsbewegungen nach 1945 verknüpft sind.