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Terror von rechts

Autor
Manthe, Barbara

Terror von rechts

Untertitel
Die Geschichte einer andauernden Gefahr
Beschreibung

Dies ist die erste Zusammenfassung des Rechtsterrorismus in Deutschland, der für unverhohlene Gewalt und Hass auf alles Fremde steht und die BRD seit ihrem Bestehen bis in die heutige Zeit begleitet. Die Historikerin Barbara Manthe legt in ihrer Arbeit ganz offen dar, dass bereits die Verharmlosung des Terrors von Rechts eine immense Gefahr für unsere Demokratie birgt.

(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
C.H.Beck, 2026
Seiten
383
Format
Gebunden
ISBN/EAN
978-3-406-84624-3
Preis
29,90 EUR
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor:

Barbara Manthe ist eine deutsche Historikerin und Autorin, die zu Rechtsextremismus und Neonazismus forscht. Sie veröffentlicht regelmäßig Fachbeiträge zur Gewaltgeschichte der BRD und lehrt an der Universität Bielefeld. 2024 leitete sie dort das DFG-Forschungsprojekt “Rechtsradikale Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland, 1949 bis 1990”.

Zum Buch:

Nürnberg, Ende Juni 1982. Auf der an diesem Abend sehr belebten Königsstraße in der Nähe der Diskothek Twenty-Five stellt sich der 26-jährige Dachdecker Helmut Oxner einem Passanten in den Weg und fragt in beiläufigem Ton, ob er Türke sei. Dabei hält er in jeder Hand einen Revolver, und in seinem Rucksack wird die Polizei später rund 2000 Schuss Munition entdecken. Als der völlig verängstigte Passant die Frage verneint, lässt Oxner ihn stehen, skandiert „Es lebe der Nationalsozialismus!“ und zieht ruhigen Schrittes weiter.

Helmut Oxner, der bei der Polizei von Nürnberg kein Unbekannter ist, hat kurz zuvor drei Ausländer in der Diskothek erschossen und ein Dutzend weitere teils lebensgefährlich verletzt, doch obwohl man dazu noch weiß, dass er rege Verbindungen zur rechtsradikalen Szene unterhält, geht man sofort von der verstörenden Tat eines Einzeltäters aus. Weitere Nachforschungen bleiben daher aus. Ein Tatbestand, der sich bei der Polizeiarbeit zum Terror von Rechts oft wiederholen und somit viele Unschuldige das Leben kosten sollte.

Die Geschichte des Rechten Terrors, wie sie in Barbara Manthes umfangreicher, mit unglaublicher Recherchearbeit und Akribie verbundener Arbeit wohl erstmals zusammengefasst vorliegt, begann spätestens nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Genauer gesagt am Abend des 7. Februar 1947, als in einem Gerichtssaal, in dem soeben der Prozess gegen einen ehemaligen Gestapo-Beamten zu Ende gegangen war, eine Bombe explodierte. Eine Tat, die man damals einer „möglichen nationalsozialistischen Untergrundbewegung“ zuschob. Weiter verfolgt wurde der Fall jedoch nicht.

Rechtsterrorismus begleitet die Geschichte Deutschlands von ihren Anfängen bis in die heutige Zeit. Sprengstoffanschläge wie auf dem Oktoberfest 1977, der grässliche Brandanschlag in Solingen, die Pogrome von Hoyerswerda oder zuletzt die Mordserie der NSU oder die Attentate in Hanau sind dabei nur die „bekanntesten“ Beispiele für unverhohlene Gewaltakte gegen alle Fremden und gegen alles Fremde.

Es braucht Bücher wie dieses hier, denn nur wenn Hintergründe klar offengelegt werden, kann man verstehen, dass bereits die Verharmlosung des Terrors von Rechts eine immense Gefahr für unsere Demokratie birgt.

Axel Vits, Köln