Mirko Bonné
Wie wir verschwinden
Roman
Villeblevin, ein Ort in der französischen Provinz, in den fünfziger Jahren. Zwei Freunde, Raymond und Maurice, stehen auf der Brücke und sehen dem Zug nach, der das dumpfe Städtchen mit der großen Welt verbindet. Die Gleise werden für die beiden Jungen zum Ausweg aus der Enge eines Ortes, in dem jeder jeden kennt und in dem man der Geschichte der eigenen Familie nie entkommen kann: Heimlich bauen Sie an einer Maschine, mit deren Hilfe sie für immer verschwinden wollen.
Jahrzehnte später bekommt Raymond, mittlerweile verwitwet und Vater zweier Töchter, unerwartet einen Brief des jetzt todkranken Maurice, der die Erinnerung an Villeblevin wieder wachruft. In Rückblenden wird eine Geschichte von Freundschaft und Verrat erzählt, in die die Geschichte des tödlichen Autounfalls von Albert Camus am selben Ort montiert ist.
Bonné erzählt gemächlich und gänzlich unspektakulär von den fünfziger Jahren, bis man sie förmlich zu riechen meint, er erzählt von Jugendträumen und Altersliebe, von den Spuren der Vergangenheit in der Gegenwart kurz: vom Leben, wie es ein guter Roman zu tun hat. Wie wir verschwinden ist der erste Roman, den ich von Mirko Bonné gelesen habe, aber bestimmt nicht der letzte. Schön, dass es immer wieder so gute Autoren zu entdecken gibt!
Irmgard Hölscher, Frankfurt am Main
- Verlag
- Schöffling Verlag
- Erscheinungsdatum
- 2009
- ISBN/EAN
- 978-3-89561-403-3
- Format
- Einband - fest (Hardcover)
- Seiten
- 344
- Preis
- 19,90 €
- Status
- lieferbar
Zur Autorin / Zum Autor
Mirko Bonné, Jahrgang 1965, lebt in Hamburg. Neben Übersetzungen der Lyrik von John Keats, E. E. Cummings und William Butler Yeats veröffentlichte der mehrfach preisgekrönte Autor drei Romane und vier Gedichtbände.