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Cover: Wem gehört die Geschichte?

Aleida Assmann; Jan Assman

Wem gehört die Geschichte?

Aleida und Jan Assmann über Erinnern und Vergessen. Autorenlesung

Aleida und Jan Assmann, seit Jahrzehnten ein eingespieltes Team, sind als Literaturwissenschaftlerin und Ägyptologe der Erinnerungskultur auf der Spur: unseren Gedächtnissen, Inszenierungen von Geschichte, Mnemotechniken, Mythen, der Geschichte in Geschichten. Die programmatische Praxis von supposé, eine eigenständige Kunstform für das frei erzählte Wort zu entwickeln, wird hier mit einer Produktion fortgeführt, die aus dem Gespräch heraus auch eine Theorie solchen Erzählens unternimmt und dabei zwei Stimmen, zwei sich ergänzende Perspektiven zu Wort kommen lässt.

Aleida und Jan Assmann beleuchten, wie Fakten und Fiktionen, Erinnern und Vergessen zusammenhängen. Sie finden altägyptische Ideen in unserer christlich-abendländischen Welt, fragen, ob Monumentalbauten als Zeichen politischer Identität heute noch zeitgemäß sind, wie wir die "kreative Zerstörung" oder gegenwärtige Rekonstruktion symbolträchtiger Bauten verstehen können und was das ehemalige Bildungsbürgertum vom heutigen Konsumenten unterscheidet. In einem Wechselspiel freier Rede erörtern sie das Verhältnis von Mündlichkeit und Schriftlichkeit, Erinnerungsarbeit und Zeitzeugenschaft, den Kanon, das Heilige, die Traumata unserer jüngsten Vergangenheit und Denkmäler im Raum und in der Zeit.

Immer wieder kommen die Assmanns dabei auf die Frage zurück: Wem gehört die Geschichte? Wer hat die Hoheitsgewalt, darf sich Geschichte aneignen? Wenn in ihren lebhaften und inspirierenden Denkbewegungen die frühen Hochkulturen auf die Gegenwart treffen, die Pyramiden auf den Palast der Republik, Homer auf Marcel Proust, dann ergeben sich überraschend neue, erhellende Perspektiven.
(Klappentext)

Verlag
supposé Verlag
Erscheinungsdatum
2011
ISBN/EAN
978-3-932513-94-7
Format
Audio CD
Preis
19,80 €
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor

Aleida Assmann, geb. 1947, ist emeritierte Anglistin und Kulturwissenschaftlerin. Sie lehrte Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz und nahm Fellowships am Wissenschaftskolleg zu Berlin und am Aby-Warburg-Haus Hamburg wahr. Gastprofessuren führten sie an die Universitäten Rice, Princeton, Yale, Chicago und Wien.

Jan Assmann, geboren 1938, hatte von 1976 bis 2003 den Lehrstuhl für Ägyptologie an der Universität Heidelberg inne und leitet seit 1978 ein Grabungsprojekt in Luxor (Oberägypten). Seit 2005 ist er Honorarprofessor für Allgemeine Kulturwissenschaft und Religionstheorie an der Universität Konstanz, außerdem Ehrendoktor verschiedener Universitäten, darunter der Hebrew University, Jerusalem. 1998 erhielt er den Preis des Historischen Kollegs.