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Cover: Völlerei

Francine Prose

Völlerei

Die köstliche Todsünde. Aus dem Amerikanischen von Friederike Meltendorf

Evagrius Ponticus, ein Asket aus dem 4. Jahrhundert, der, allein und mit sich selbst beschäftigt, ziemlich viel Zeit in der Wüste verbracht hatte, kam irgendwann zu dem Schluss, Völlerei sei nicht nur die Mutter der Wollust, sondern auch Nahrung für teuflische Gedanken, Faulheit im Fasten, Hindernis für die Askese, Kamerad der Lust und Schrecken jeder Moral. Weitere Folgen: Phantasterei übers Essen, überstürztes Würzen, wilde Ekstase, Nährboden für Krankheiten, Neid auf Gesundheit, Verstopfung der Körperkanäle, Stöhnen der Gedärme, extremer Frevel, Verschmutzung des Geistes, Schwächung des Körpers, gestörter Schlaf und letztendlich düsterer Tod.

Schon von alters her hat man das „Problem“ der Völlerei und der damit einhergehenden Lust dadurch gelöst, dass man erst dann von Sünde spricht, wenn mensch sich erlaubt, dabei auch noch zu entspannen, die Befriedigung der körperlichen Bedürfnisse regelrecht zu genießen.

Essen muss der Mensch nun mal, und vermehren soll er sich ja schließlich auch –wie also konnte es die Völlerei, die „Mutter der Wollust“, überhaupt in die Riege der sieben Todsünden schaffen?   

Antwort hierauf gibt die US-amerikanische Schriftstellerin Francine Prose in ihrem ebenso geistreich wie unterhaltsam geschriebenen Streifzug durch die Geschichte der Fresslust, von den zügellosen Ausschweifungen und Orgien der Spätantike bis hin zu Weight Watchers & Co.  

Axel Vits, Der andere Buchladen, Köln

Dieser Titel ist nicht mehr lieferbar.

Verlag
Wagenbach Verlag
Erscheinungsdatum
2009
ISBN/EAN
978-3-8031-2624-5
Format
Einband - flex.(Paperback)
Seiten
93
Preis
10,90 €
Status
vom Verlag als vergriffen gemeldet

Zur Autorin / Zum Autor

Francine Prose, geboren 1947 in Brooklyn, lebt als Schriftstellerin in New York. Sie schreibt unter anderem als Kritikerin für das Harper´s Magazine und für das Wall Street Journal.