Michael B. Buchholz; Günter Gödde
Unbewusstes
Ursprünglich als philosophische Problemstellung aufgekommen, erhob Freud das »Unbewusste« zum Zentralbegriff der Psychoanalyse. Die Autoren zeichnen die Entwicklung des Begriffs in seiner ganzen Vielfalt nach und unterscheiden dabei zwischen einem vertikalen und horizontalen Modell des Unbewussten. Während das vertikale Unbewusste gleich einer Verdrängungsmaschine arbeitet, entspricht das horizontale einem Resonanzraum. Nach der Leitvorstellung psychoanalytischer und tiefenpsychologischer Therapien bedarf es einer Bearbeitung der vertikalen Ebene in Form der Bewusstmachung des Unbewussten mit der Zielsetzung, dass das Ich wieder »Herr im eigenen Haus« wird. Demgegenüber trägt das horizontale Modell den vielfachen Resonanzen in der Behandlungssituation Rechnung, die entsprechend Freuds Diktum »Unbewusstes versteht Unbewusstes« für die therapeutische Beziehungsgestaltung von größter Bedeutung sind. Um das Konzept in all seiner Komplexität zu begreifen, kann man sich nicht für eines dieser Modelle entscheiden; vielmehr, so die Autoren, müssen beide in ihrem Zusammenspiel berücksichtigt werden. Dies birgt ein neues Verständnis des Verhältnisses von psychoanalytischer Theorie und Praxis.
(Klappentext)
- Verlag
- Psychosozial Verlag
- Erscheinungsdatum
- 2011
- ISBN/EAN
- 9783837920680
- Format
- Einband - flex.(Paperback)
- Seiten
- 144
- Preis
- 22,90 €
- Status
- lieferbar
Zur Autorin / Zum Autor
Günter Gödde ist Psychotherapeut in eigener Praxis, Dozent, Supervisor und Lehrtherapeut an der Berliner Akademie für Psychotherapie, Mitglied der Akademieleitung. Forschungsschwerpunkte: Geschichte der Psychoanalyse, Kulturtheorie, Verhältnis von Psychoanalyse und Philosophie, von Therapeutik und Lebenskunst. Letzte Buchveröffentlichungen: »Mathilde Freud, die älteste Tochter Sigmund Freuds in Briefen und Selbstzeugnissen« (2003); mit M.B. Buchholz gemeinsame Herausgabe des dreibändigen Werks »Das Unbewusste« (2006).