Frank McCourt
Tag und Nacht und auch im Sommer
Erinnerungen. Aus dem Amerikanischen von Rudolf Hermstein
Axel Vits, Der andere Buchladen, Köln
Er hat es schon wieder getan. Endlich. Nachdem vor genau zehn Jahren Die Asche meiner Mutter damals noch von Harry Rowohlt ins Deutsche übersetzt zeitgleich in über einem halben Dutzend Ländern erschien und auf Anhieb die Bestsellerlisten stürmte, hat Pulitzerpreisträgerer Frank McCourt nun den dritten Band seiner Erinnerungen vorgelegt. Und das Schöne ist, gleich nach der ersten Seite fühlt man sich sofort wieder in diese altbekannte, behagliche Situation zurückversetzt: McCourt sitz einem gewissermaßen gegenüber und erzählt seine Geschichten, lacht dabei, faßt sich ins Gesicht, schüttelt manchmal den Kopf, wird bisweilen todernst, nur um sich gleich wieder auf die Schenkel zu klopfen; ach ja, diese Sache mit dem Pausenbrot, deswegen wäre ich beinahe meinen ersten Job als Lehrer losgeworden, und das gleich am ersten Tag. Wie das? Na ja, es war das Pausenbrot eines Schülers. Und? Ich habe es gegessen. Dreißig Jahre lang hat er dann an verschiedenen New Yorker High Schools als Englischlehrer unterrichtet, für einen begnadeten Erzähler eine lange Zeit. Es wäre nicht richtig, hier einzelne Begebenheiten außer der oben genannten vorwegzunehmen, weshalb dies auch eine meiner kürzeren Rezensionen sein wird. Tag und Nacht und auch im Sommer beginnt mit einem kleinen Rückblick auf die Zeit nach dem Erfolg von Asche meiner Mutter, und dann, wie fließend, ohne es zu merken, steht man plötzlich neben einem mageren, bleichen, vor Nervosität schwitzenden Lehrer, der, anstatt zu unterrichten, seinen Schülern Geschichten aus der grünen Heimat erzählt, nur damit sie ihn nicht in der Luft zerreißen. Der junge Lehrer McCourt hat es, wie könnte es auch anders sein, nicht leicht. Humorvoll, ernst, und immer wieder bestechend ironisch, liest man sich durch die Höhen und Tiefen eines überaus dramatischen Lehrerdaseins, mit all seinen Ängsten, Nöten und Erfolgen. Auch kommt die Liebe nicht zu kurz, diesmal gelingt es dem jungen McCourt endlich ... aber ich wollte hier ja nicht zu viel verraten. Schlechtes Wetter, gutes Buch. Nein, sehr gutes Buch. Und wo wir schon mal dabei sind: Ein klasse Weihnachtsgeschenk. Autorenportrait: Frank McCourt wurde 1930 in New York geboren, kam, als er 4 Jahre alt war, nach Irland und wuchs dort auf, bis er mit 19 nach New York zurückkehrte, wo er bis zu seiner Pensionierung als Englischlehrer unterrichtete. 1996 erhielt er für seinen Weltbestseller Die Asche meiner Mutter u.a. den Pulitzerpreis.
Axel Vits, Der andere Buchladen, Köln
Dieser Titel ist nicht mehr lieferbar.
- Verlag
- Luchterhand Literaturverlag
- Erscheinungsdatum
- 2006
- ISBN/EAN
- 978-3-630-87239-1
- Format
- Einband - fest (Hardcover)
- Seiten
- 336
- Preis
- 19,95 €
- Status
- nicht lieferbar
Zur Autorin / Zum Autor
"Was für ein Erzähler! Und was für ein Lehrer! Frank McCourt begeistert mit Teil drei seiner Erinnerungen. (.) Es ist ein einfaches Buch und einfach ein großartiges."
Augsburger Allgemeine
"Ein schöner Titel für ein Buch, das man wirklich Tag und Nacht lesen möchte. Ein Buch randvoll mit Weisheit, bissigem Witz und Radau im Klassenzimmer."