Zum Inhalt springen
Zu den aktuellen Empfehlungen
Cover: Schulentwicklung und das Menschenrecht auf Bildung

Renate Schüssler

Schulentwicklung und das Menschenrecht auf Bildung

Herausforderungen im Kontext von Armut, Chancenungleichheit und neoliberaler Gouvernementalität am Beispiel Peru

Schulentwicklung oder Schulautonomie räumt der einzelnen Schule einen größeren Handlungsspielraum ein. Dies geht in vielen Ländern mit einer Dezentralisierung des Bildungssektors einher. Auch in Peru gibt es dazu erste Ansätze. Kann Einzelschulentwicklung eine geeignete Bildungsantwort auf Armut und Chancenungleichheit sein? Zunächst führt diese Arbeit in das Menschenrecht auf Bildung ein und stellt Schulentwicklung als internationalen Bildungsreformansatz dar. Im empirischen Teil werden drei Modellschulen in Lima, Cusco, Huancayo und eine bilinguale Pilotschule in der Region San Martín portraitiert. Dabei wird deutlich, dass die Schulen sehr unterschiedliche und nicht immer kongruente Wege bei Organisations-, Personal- und Unterrichtsentwicklung gegangen sind. Es zeigte sich, dass Schulentwicklung per se nicht notwendigerweise eine Verbesserung der Unterrichtsqualität nach sich zieht und eher zu einer Autonomie der Schulleitung und nicht der Schule führte. Hinzu kommt, dass viele positive Erfahrungen nur aufgrund zusätzlicher personeller und finanzieller Ressourcen möglich waren, die an normalen Schulen nicht zur Verfügung stehen. Durch die Ausblendung von Armut und Chancenungleichheit als Kontextbedingungen der Grundbildung, so lautet das Fazit der Autorin, leistet Schulentwicklung keinen substantiellen Beitrag zur Verwirklichung des Menschenrechts auf Bildung. Eine anregende, gut lesbare Dissertation.

Christoph Dietz (Bücher zu Lateinamerika)

Dieser Titel ist nicht mehr lieferbar.

Verlag
Frankfurt a. M.: IKO-Verlag
Erscheinungsdatum
2007
ISBN/EAN
978-3-88939-877-2
Format
Buch
Seiten
353
Preis
25,90 €
Status
nicht lieferbar