Ernesto Che Guevare
Kubanisches Tagebuch. Erweiterte Neuausgabe
Aus dem Spanischen von Gross, Horst-Eckart. Erweiterte Neuausgabe
Sorgfältig editierte Ausgabe der Aufzeichnungen Che Guevaras aus dem Guerillakrieg gegen die Batista-Diktatur in Kuba. Der Band ist inhaltlich hochinteressant, weil sich fast sämtliche späteren Werke und auch Handlungen des jungen argentinischen Arztes auf diese grundlegenden Kampferfahrungen aus dem kubanischen Befreiungskampf zurückführen lassen. Gleichzeitig ist hier auch sehr viel über Ernesto Guevaras Charakter sowie seinen Einstellungen und Überzeugungen zu erfahren.
Den ursprünglichen Notizen des ersten Teils des Buches sind in einem zweiten Teil weitere, diese Phasen des Kampfes betreffende Artikel aus anderen, zeitnahen Veröffentlichungen hinzugefügt, deren Quellen hier erfreulicherweise klar angegeben werden. (In früheren Veröffentlichungen waren diese Aufsätze teils chronologisch den Aufzeichnungen eingliedert worden, so z.B. in der Röderberg-Ausgabe von 1979.)
Positiv zu erwähnen ist auch das Namensregister am Ende des Buches mit kurzen biographischen Angaben zu den im Text erwähnten Mitkämpfern des Che sowie die an 2 Stellen eingebundenen Fotoseiten mit einigen der wichtigsten Fotos aus der Berichtszeit auf gutem Papier. Insgesamt sehr empfehlenswert!
Klaus Brieskorn (Bücher zu Lateinamerika)
- Verlag
- Köln: Kiepenheuer & Witsch
- Erscheinungsdatum
- 2008
- ISBN/EAN
- 978-3-462-04040-1
- Format
- Einband - flex.(Paperback)
- Seiten
- 363
- Preis
- 14,00 €
- Status
- lieferbar
Zur Autorin / Zum Autor
Ernesto »Che« Guevara wurde am 14. Mai oder Juni 1928, über den genauen Geburtsmonat gibt es verschiedene Theorien, im argentinischen Rosario geboren. Seine Eltern gehörten dem argentinischen Bürgertum an, welches sie allerdings ablehnten und sich stattdessen für politisch Verfolgte einsetzten. Da Guevara seit früher Kindheit an schwerem Asthma litt, durfte er zeitweise zuhause unterrichtet werden; ab 1941 besucht er das Dean-Funes-Gymnasium in Córdoba. Nach dem Schulabschluss nahm er ein Medizinstudium auf, das er am 11. April 1953 mit dem Doktorgrad in Medizin und Chirurgie beendete. Als junger Medizinstudent unternahm er ausgedehnte Reisen durch Lateinamerika, beispielsweise als er im Dezember 1951 mit seinem Freund Alberto Granado zu einer Motorradreise durch Südamerika aufbrach, die nach etwas weniger als einem Jahr in Buenos Aires endete.
In Mexiko traf er 1954 eine Gruppe kubanischer Revolutionäre, die in Mexiko im Exil lebten. Nach zweijährigem Guerillakrieg als Commandante, an der Seite Fidel Castros, trat er 1959 in die Revolutionsregierung auf Kuba ein. Er war zunächst Industrieminister, später leitete er die kubanische Zentralbank. Nach Meinungsdifferenzen mit Fidel Castro trat er 1964 von allen Ämtern zurück und ging 1966 nach Bolivien, um die Revolution weiterzutragen. Dort wurde er ein Jahr später gefangen genommen und am 9. Oktober 1967 von einem Offizier der bolivianischen Armee erschossen.