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Cover: Heimaturlaub

Joachim Geil

Heimaturlaub

Roman

Juni 1944. Leutnant Dieter Thomas verbringt seine Urlaubswoche bei Verwandten in der Pfalz. Es ist heiß, er freut sich aufs Schwimmbad, auf seine hübsche angebetete Heidi, auf die Großeltern, die Onkel und Tanten. Aber immer wieder stören Flashbacks aus dem russischen Winter die Sommeridylle; brutale Bilder schieben sich unverhofft vor die vertrauten Kulissen seiner Kindheit, Mordfantasien dringen in die zärtlichsten Augenblicke ein. All die Schrecken des Krieges, die er miterlebt und an denen er mitgewirkt hat, kommen in den unschuldigsten Augenblicken wieder hoch: seine Romanze mit der jungen Russin Maschenka, die auf grauenhafte Weise endet, der Pope, der am Kirchturm hängt, das Dorf, das er und seine Kameraden niedergebrannt haben, die Versuche, den Schrecken und die Untaten mit Alkohol zu betäuben. Der zunächst empört abgewiesene Vorschlag des sterbenden Großvaters, zu desertieren und sich bis zum bald zu erwartenden Kriegsende zu verstecken, erscheint ihm mit jedem Tag verlockender, bis er einsehen muss, dass die so geliebte Verwandtschaft, für die er doch immer „unser Dieter“ war, ihn gnadenlos denunzieren würde.   

Joachim Geil zeichnet ein sehr präzises Bild von dem, was wir heute wohl als „posttraumatische Belastungsstörung“ bezeichnen würden, und macht nachhaltig klar, was aus netten, freundlichen, wohlerzogenen Jungen werden kann, wenn man sie zwingt, auf Menschen zu schießen – damals wie heute.

Irmgard Hölscher, Frankfurt am Main

Dieser Titel ist nicht mehr lieferbar.

Verlag
Steidl Verlag
Erscheinungsdatum
2010
ISBN/EAN
978-3-86930-077-1
Format
Buch
Seiten
304
Preis
19,90 €
Status
vom Verlag als vergriffen gemeldet

Zur Autorin / Zum Autor

Joachim Geil, Jahrgang 1970, lebt und arbeitet als Autor, Kurator und freier Lektor in Köln. „Heimaturlaub“ ist sein erster Roman.