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Cover: Ein guter Ort zum Sterben

Arkadi Babtschenko

Ein guter Ort zum Sterben

Aus dem Russischen von Olaf Kühl

Tschetschenien im Winter vor neun Jahren. Der dreiundzwanzigjährige Artjom, Hochschulabsolvent der Juristik, wird als Funker mit seinem Bataillon von Grosny nach Alchan-Jurt versetzt, einer angeblich von Rebellen besetzten Ortschaft. Es ist sehr kalt, es regnet ununterbrochen, so daß der schwarze Lehm schwer an den Stiefeln klebt, die Gewehrmündungen verstopft, sich unter die Haut, in Augen und Ohren setzt. Ohnehin sind Ausrüstung und Verpflegung der Männer völlig unzureichend, Jacken und Stiefel werden nicht mehr trocken, seit Tagen ernähren sie sich allein von Zwieback und bitterem Weißdornsud, trinken ungekochtes Wasser aus brackigen Gräben und Pfützen.

Artjom liegt gerade in seinem durchweichten Schützengraben und hat Angst. Angst vor den »Tschechos«, die sich irgendwo versteckt halten, Angst vor der Unfähigkeit und Brutalität der Befehlshaber, und davor, daß er sich selbst verliert. Er weiß, er hat hier nichts zu suchen, er denkt nur an das Eine: hier lebendig rauskommen und dann nach Hause. Nach Moskau. Auch nach Tagen lassen die Rebellen sich nicht sehen, und es sieht schon ganz so aus, als würden er und sein Bataillon wieder abgezogen werden. Da zerreißt ein einzelner Schuß die beklemmende Stille und die Kugel eines Scharfschützen findet ihr Ziel. Die »Tschechos« sind da. Der Krieg hat begonnen.
 
Auch in seinem zweiten Buch Ein guter Ort zum Sterben verarbeitet Arkadi Babtschenko seine Erlebnisse während des ersten Tschetschenienkriegs, an dem er als Achtzehnjähriger teilnahm. Dabei vermeidet er es völlig, mit allzu gräßlichen Szenen aufzuwarten, vielmehr beschreibt er in seiner einfachen, unverblümten Sprache sehr bildhaft den brutalen Alltag der Soldaten, reißt sie geradezu heraus aus ihrer Uniformiertheit und gibt ihnen so etwas wie eine Persönlichkeit zurück. Ein Buch über den Krieg. Ein Buch über die sich steigernde Angst, sich selbst fremd zu werden. Hervorragend geschrieben.  

Axel Vits, Der andere Buchladen, Köln

Dieser Titel ist nicht mehr lieferbar.

Verlag
Rowohlt Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum
2010
ISBN/EAN
978-3-499-25236-5
Format
Einband - flex.(Paperback)
Seiten
128
Preis
8,95 €
Status
nicht lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor

Arkadi Babtschenko wurde 1977 in Moskau geboren, mit achtzehn Jahren zum Militärdienst einberufen und 1996 nach Tschetschenien versetzt. Anschließend studierte er in Moskau Jura. 2001 wurde sein Zyklus ›Zehn Bilder vom Krieg‹ mit dem Preis der literarischen Zeitschrift. „Debüt“ ausgezeichnet. Sein Buch ›Die Farbe des Krieges‹ erschien 2007 und wurde von der Presse hoch gelobt. Babtschenko lebt und arbeitet als freier Journalist und Autor in Moskau.