Zum Inhalt springen
Zu den aktuellen Empfehlungen
Cover: Die Varusschlacht

Ralf P Märtin

Die Varusschlacht

Rom und die Germanen

Erst schlug der Blitz in den Tempel des Kriegsgottes Mars ein, dann sah man gewaltige Feuersäulen über den Alpen aufsteigen, schließlich wurde sogar eine Statue der Siegesgöttin Victoria lebendig und drehte ihr marmornes Haupt in Richtung Rom. Und dennoch, die warnenden Vorzeichen der Götter wurden allesamt übersehen.

Wir schreiben das Jahr 9 n. Chr.
Auf dem Höhepunkt seiner Macht angelangt, erstreckt sich das Römische Reich unter Kaiser Augustus, dem Beschützer und Mehrer Roms, Adoptivsohn des als Gott verehrten Cäsars, vom Euphrat bis zum Atlantik, von der Nordsee bis tief hinein in die Sahara. Allein die Provinz Germanien, Land der „ewig betrunkenen“ Barbaren, hat sich bisher energisch der Pax Romana verweigert. Unter dem Oberbefehl ihres Feldherrn Publius Quinctilius Varus marschieren 1500 Legionäre von der Weser aus in Richtung Rhein.
Man hat vereinbart, daß die Hilfstruppen, angeführt vom einstigen Cheruskerfürsten Arminius, jetzt freier Bürger Roms, im Laufe des Tages dazustoßen sollen, da man auf dem Weg ins Winterlager Einheit und Stärke demonstrieren will.

Es ist kalt. Es regnet seit Tagen. Während die Cherusker auf sich warten lassen, stehen drei Legionen samt Troß bis zu den Knöcheln im Matsch. Gerade wollen sie sich in einen nahen Wald zurückziehen, da kommen die Hilfstruppen auch schon angeritten, werden mit Hurra- und Schmährufen begrüßt; endlich kann es weitergehen. Doch dann hagelt es auch schon Pfeile vom Himmel, die Cherusker brechen mit ihren Pferden durch die vordersten Reihen, Verrat! brüllt es aus tausend Kehlen, Arminius ist nicht als Verbündeter gekommen, die Römer stecken in der Falle, werden tiefer hinein in die Wälder getrieben und in einem drei Tage währenden Gemetzel vollkommen vernichtet. Alles ist verloren. Aus Scham und weil er den Barbaren nicht lebendig in die Hände fallen will, stürzt sich Varus in sein Schwert. Seine Offiziere folgen seinem Beispiel.

Im zweiten Teil des Buches befaßt sich R. P. Märtin mit der Erfindung eines Helden, Arminius, aus dem Luther dann später Hermann (Der vor dem Heer geht) gemacht macht hat, und er spricht darüber, wer sich wie die Geburt des Deutschtums zu Eigen gemacht.

Zugegeben, eigentlich hätte ich nicht gedacht, ich würde diese Rezension hier überhaupt schreiben. Hermann der Cherusker, Varusschlacht, Deutsches Heldentum, – interessiert mich das, habe ich für so etwas überhaupt Zeit? Nachdem ich dann die ersten drei Seiten gelesen hatte, ließ ich sofort alles andere links liegen und war nur froh, daß ich bei dem Wetter eh nicht nach draußen mußte. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich zuletzt so ein gutes Sachbuch gelesen habe. Ralf-Peter Märtin verfügt über einen ganz besonderen Erzählstil, das ist Geschichte zum Anfaßen, ist hochinteressant, ist spannend und mitunter äußerst humorvoll geschrieben.   

Axel Vits, Der andere Buchladen, Köln

Dieser Titel ist nicht mehr lieferbar.

Verlag
Fischer Verlag
Erscheinungsdatum
2008
ISBN/EAN
978-3-10-050612-2
Format
Einband - fest (Hardcover)
Seiten
464
Preis
22,90 €
Status
nicht lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor

Ralf-Peter Märtin wurde 1951 in Eisenach geboren und studierte an der TH Berlin Alte Geschichte und Germanistik. Er promovierte 1982. Er schreibt Reportagen für GEO, ZEIT und National Geographic und veröffentlichte mehrere Fachbücher zum Thema Geschichte. Heute lebt er in Frankfurt am Main.