Empfehlung von
Brigitte Hort, Eitorf
William McIlvanney
Die Suche nach Tony Veitch
Eine Jack Laidlaw Ermittlung. Aus dem Englischen von Conny Lösch
Eck Adamson, trinkfreudiger Herumtreiber, wird mit Verdacht auf Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Überlebenschancen hat er keine. Verzweifelt lässt er Laidlaw, für den er ab und an als Spitzel arbeitete, an sein Sterbebett rufen. Seine letzten Worte: „Der Wein, den der mir gegeben hat, das war keiner.“ Zu mehr ist Adamson nicht mehr in der Lage. In seiner spärlichen Hinterlassenschaft entdeckt Laidlaw jedoch einen Zettel mit einer seltsamen Botschaft. Darunter zwei ihm unbekannte Namen, eine Adresse im Nobelviertel von Glasgow sowie den Namen eines einschlägig bekannten Lokals aus dem kriminellen Milieu. Alles genauso rätselhaft und ungereimt wie die letzten Worte von Eck Adamson.
Obwohl niemand an dem „Fall“ ernsthaft interessiert ist – schließlich handelt es sich bei dem Toten um einen gesellschaftlichen Underdog –, lässt Laidlaw sich nicht beirren und verfolgt, um der Gerechtigkeit und Menschlichkeit willen, beharrlich die wenigen vorhandenen Spuren. Ziemlich bald entdeckt er auch den zentralen Dreh- und Angelpunkt dieses Geheimnisses: der vermögende Student Tony Veitch aus Glasgows Nobelviertel ist spurlos verschwunden, und es scheint, als ob auch die „Größen“ der Glasgower Unterwelt gezielt nach ihm suchen.
Tony Veitch, der sich längst von seinem High Society-Leben losgesagt hatte, weil er das Leben an der Basis kennenlernen wollte, hatte auch Kontakte ins dunkle Milieu von Glasgow. Gibt es möglicherweise einen Zusammenhang zwischen dem Verschwinden des Studenten und der zeitgleichen Ermordung des berüchtigten Gangsters Paddy Collins? In welches kriminelle Geflecht könnte Tony Veitch, der Sohn aus gutem Hause, geraten sein?
Laidlaw stößt bei seinen Recherchen nicht nur auf schöne und undurchsichtige Frauen, sondern auch auf perfide Abhängigkeiten und brutale Gewalt. Er ermittelt intuitiv, mit vollem Einsatz und nicht immer auf der Seite des Gesetzes. Seinem Partner, Detective Constable Brian Harkness, bereitet er damit viele Kopfschmerzen und Gewissensbisse, verblüfft ihn schließlich aber mit der erfolgreichen Aufklärung.
Es gibt viel Kriminalliteratur auf dem Markt, aber McIlvanneys poetische Bildersprache stellt vieles in den Schatten. Sein Sprachwitz, seine philosophischen Schlenker sind ein Genuss, die Liebe zu der Stadt Glasgow und ihren Bewohnern spürbar. Und dass ein Krimi auch ohne Smartphone und ohne jedwede digitale Hilfsmittel Hochspannung bietet, ist beeindruckend.
- Verlag
- Verlag Antje Kunstmann
- Erscheinungsdatum
- 2015
- ISBN/EAN
- 978-3-95614-022-8
- Format
- Einband - fest (Hardcover)
- Seiten
- 320
- Preis
- 19,95 €
- Status
- lieferbar
Zur Autorin / Zum Autor
William McIlvanney wurde am 25. November 1936 in Kilmarnock, Schottland geboren. Er studierte an der Universität Glasgow und arbeitete 17 Jahre als Lehrer, bevor er sich entschloss, nur noch zu schreiben. Seine Romane wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. McIlvanney gilt als Begründer des schottischen Noir und lebt in Glasgow.