Empfehlung von
Brigitte Hort, Eitorf
Xavier-Marie Bonnot
Die Melodie der Geister
Ein Fall für Michel de Palma. Aus dem Französischen von Gerhard Meier
Dr. Delorme, Neurochirurg und Kunstsammler, liegt tot an seinem Schreibtisch. In Sammlerkreisen war er besonders bekannt wegen der seltenen Kopftrophäen, die er aus Neuguinea mitgebracht hatte. Dass es sich um keinen gewöhnlichen Tod handelt, erkennt der Marseiller Einbrecher, der eigentlich auf Raubzug in der Villa ist, sofort. Panisch flüchtet er aus dem Haus, jedoch nicht ohne seiner „Bürgerpflicht“ nachzukommen und der Polizei den Mord zu melden.
Kommissar de Palma, der sich nach dem Anruf gleich auf den Weg zum Tatort macht, bietet sich ein gruseliger Anblick. Der Mörder hat das Gesicht des Toten im Nachhinein mit einer der bizarr geschnitzten Holzmasken entstellt. Ein kleines Loch in der Stirn von Dr. Delorme ist offensichtlich die Todesursache, doch kann es auf keinen Fall von einer der üblichen Schusswaffen stammen, das weiß der Kommissar sofort. Allerdings ist das nicht das einzige Rätsel, das Kommissar de Palma lösen muss. Auch die Enkelin des Toten, eine angesehene Kunstexpertin, verschleiert zunächst mehr als sie hilft. Weitere Morde in der Kunstszene erschweren die Ermittlungen. Eines aber wird dem Kommissar, der kein Detail außer Acht lässt, bald klar: die Spur führt in die Vergangenheit von Fernand Delorme und dessen damaligem Begleiter Robert Ballancourt.
Die beiden, weniger durch Freundschaft als durch gemeinsame Interessen verbunden, waren in jungen Jahren auf Forschungsreise, unter anderem 1936 auch in Papua-Neuguinea. Was war auf dieser letzten Reise geschehen, das Auswirkungen noch bis in die Gegenwart hat? Tagebuch und Filmmaterial von Ballancourt lassen lange vor Schluss des Buches ein Geheimnis erahnen, aber ist es auch die Ursache für die schrecklichen Morde?
Kommissar Michel de Palma lebt, wirkt und genießt in Marseille. Er liebt Opern, Zigaretten, Wein und Frauen. Ein Franzose also, wie er im Buche steht. Sympathisch dazu! Sein Ermittlungsstil ist außergewöhnlich, eigensinnig und intensiv. Xavier-Marie Bonnot hat einen wundervollen neuen Ermittler in die Krimiszene gebracht und dazu neben Spannung auch ein Buch vorgelegt, das mit anthropologischem Wissen Lücken füllt und Lust auf eine Reise in die Hafenstadt Marseille macht.
Dieser Titel ist nicht mehr lieferbar.
- Verlag
- Unionsverlag
- Erscheinungsdatum
- 2015
- ISBN/EAN
- 978-3-293-00484-9
- Format
- Einband - fest (Hardcover)
- Seiten
- 350
- Preis
- 21,95 €
- Status
- nicht lieferbar, anderes Format verfügbar
Zur Autorin / Zum Autor
Xavier-Marie Bonnot, geboren 1962 in Marseille, promovierte in Geschichte und studierte Soziologie und französische Literatur. Seine berufliche Karriere begann er als Filmregisseur von Dokumentarsendungen und Reportagen. 2002 feierte er mit der Veröffentlichung seines ersten Kriminalromans La première empreinte sein literarisches Debüt. Seither erschienen weitere Fälle mit dem Marseiller Polizeikommandanten Michel de Palma. Sie wurden mehrfach ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt.