Philippe Claudel
Die grauen Seelen
Roman. Aus dem Französischen von Christiane Seiler
Ein Dorf im Osten Frankreichs, Winter 1917. Die Front ist nah, doch alles geht seinen gewohnten Gang. Bis eines Tages die zehnjährige Tochter des Gastwirtes ermordet wird. Der Gendarm versucht, Licht in das Dunkel zu bringen. Doch erst viele Jahre später gelingt es ihm, die Geschichte zu erzählen, zusammen mit allen anderen Geschichten, die untrennbar mit ihr verbunden sind.
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- Verlag
- Rowohlt
- Erscheinungsdatum
- 2006
- ISBN/EAN
- 978-3-499-23779-9
- Format
- Einband - flex.(Paperback)
- Seiten
- 256
- Preis
- 14,00 €
- Status
- nicht lieferbar
Zur Autorin / Zum Autor
Das Städtchen V. in Lothringen ist nur wenige hundert Meter von der Front entfernt. Der Geschützdonner ein ständiges Hintergrundrauschen. Hier ist alles «hübsch grau», wie die alte Fellhändlerin Joséphine sagt: der Nebel, der Matsch, die Gesichter, die Seelen der Menschen. Am ersten Dezembermontag 1917 wird der Leichnam der neunjährigen Tochter des Gastwirts Bourrache tot am Kanal gefunden. Blanche, genannt Belle de Jour. Erdrosselt. Im Mittelpunkt der Erkundungen rund um die schreckliche Tat: Ein Ungeheuer von Richter, der neben der blau gefrorenen Leiche des Kindes genüsslich zwei weich gekochte Eier verspeist. Ein Staatsanwalt, der nach dem frühen Tod seiner Frau Clélis in völliger Einsamkeit versinkt - er soll das von ihm vergötterte Mädchen als letzter lebend gesehen haben soll. Die Lehrerin Lysia Verhareine, «eine junge Frau wie ein Strahl Sonne», die ihrer großen Liebe, einem Gefreiten, in den Tod folgt. Zwanzig Jahre sind seit jenem fürchterlichen Kriegswinter vergangen, viele Bewohner des Städtchens längst tot. Schönheit kommt und vergeht, der Schrecken bleibt. Niemand ist ohne Schuld: alle sind Opfer, (fast) alle Täter: Das sind die wahren «Kollateralschäden des Ersten Weltkriegs» (Literaturen) Am Ende richtet sich einer, der ein halbes Leben lang das Geheimnis um den Mord an der kleinen Bourrache zu lüften versucht und am Ende doch an seiner eigenen Schuld zerbricht: «Die Toten zu töten ist schwer. Sie zum Verschwinden zu bringen - wie oft habe ich das versucht.» (Verlagsinfo)