Andree Michaelis-König
Das Versprechen der Freundschaft
Politik und ästhetische Praxis jüdisch-nichtjüdischer Freundschaften in der deutschsprachigen Literaturgeschichte seit der Aufklärung
Die vorliegende Studie bietet eine am Begriffsfeld der Freundschaft neu ausgerichtete literaturgeschichtliche Perspektive auf die kommunikative Begegnungssituation deutschsprachiger jüdischer und nichtjüdischer Autor*innen seit der Aufklärung. Dazu wird eine diachrone Reihe exemplarischer Freundschaftskonstellationen vom 18. bis zum 20. Jahrhundert untersucht (u. a. Moses Mendelssohn und Gotthold Ephraim Lessing, Fanny Lewald und Therese von Bacheracht, Walter Benjamin und Fritz Heinle, Karl Wolfskehl und Stefan George, Hannah Arendt und Karl Jaspers).
Anhand ihrer lässt sich nachvollziehen, inwiefern das von der Aufklärung formulierte, doch vielfach missverstandene ‚Versprechen der Freundschaft‘, das darin bestand, Gleichheit in Anerkennung von Differenz zuzulassen, diese Begegnungsgeschichte geprägt hat. Leitend für diese Studie ist der Blick auf den Zusammenhang von Politik und ästhetischer Praxis der Freundschaft, denn der Charakter der jeweiligen Freundschaft war zumeist nicht nur politischen Bewährungsproben unterworfen, sondern schlug sich ebenso in der kommunikativen wie ästhetischen Gestaltung des Werkes der Freunde und Freundinnen nieder.
(Verlagstext)
- Verlag
- Universitätsverlag Winter
- Erscheinungsdatum
- 2023
- ISBN/EAN
- 978-3-8253-9502-5
- Format
- Einband - fest (Hardcover)
- Seiten
- 594
- Preis
- 68,00 €
- Status
- lieferbar
Zur Autorin / Zum Autor
Dr. phil. Andree Michaelis-König ist Postdoktorand des Selma Stern Zentrums für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg am Axel Springer-Lehrstuhl für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Er hat an der Freien Universität Berlin sowie am Reed College Portland (Oregon) Neuere deutsche Literatur, Komparatistik und Philosophie studiert. Seine Promotion an der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien der Freien Universität Berlin schloss er 2011 mit der Studie Erzählräume nach Auschwitz. Literarische und videographierte Zeugnisse von Überlebenden der Shoah ab, die 2013 im Akademie Verlag publiziert wurde.
In seinem Habilitationsprojekt beschäftigt er sich mit der „Politik und Poetik jüdisch/nichtjüdischer Freundschaften in der deutsch-jüdischen Literaturgeschichte seit der Aufklärung“. Am ZJS entwickelt er seit Mait 2017 im Forschungsbereich „Diaspora – Migration – Transnationalität“ das Konzept einer Forschungsgruppe zum Thema „Literarische Praktiken der Verflechtung: Jüdisches Schreiben in der europäischen Diaspora (19. und 20. Jahrhundert)“.