Marie Balmary; Erwin Landrichter; Joëlle Landrichter
Das verbotene Opfer
Freud und die Bibel. Aus dem Französischen von Erwin und Joëlle Landrichter
Seit langem liest Marie Balmary die Werke Freuds und die Bibel nebeneinander. Sie steht damit in einer von Freud selbst begründeten Tradition, bezieht sich aber mehr auf die Bedeutungsnuancen der Worte im Originaltext, die in den gängigen Übersetzungen oft nur unzulänglich wiedergegeben werden können.
So wird der Turmbau zu Babel als erste Erzählung von einem totalitären Staat lesbar, in dem die Vereinheitlichung der Sprache nur Machtinteressen dienen würde, sodass die babylonische Sprachverwirrung eher als Segen denn als Fluch erscheint. Oder wenn die göttliche Stimme, die zu Abraham sprach, nicht »komm zu mir« sagte, sondern verlangte, er möge »auf sich zu gehen«, bedeutet das etwas durchaus Verschiedenes. Auch dass »Saraï« (meine Prinzessin) erst fruchtbar wurde, als ihr Name zu »Sarah« (Prinzessin) wurde, sie also, nicht mehr von anderen besessen, einen Platz für sich selbst im symbolischen Feld bekam, leuchtet ein. Ebenso, dass Abraham die Aufforderung, seinen Sohn Gott zu opfern, zunächst allzu wörtlich missversteht, schließlich aber von seinem patriarchalen Besitzanspruch ablässt, indem er symbolisch einen Widder opfert.
Balmarys Rückgang zum Original vereint philologische Genauigkeit mit der psychoanalytischen Arbeit an der Bedeutung. In Frankreich sind ihre Werke vielgelesene Longseller.
(Klappentext)
- Verlag
- Turia + Kant Verlag
- Erscheinungsdatum
- 2012
- ISBN/EAN
- 978-3-85132-656-7
- Format
- Einband - flex.(Paperback)
- Seiten
- 271
- Preis
- 29,00 €
- Status
- lieferbar
Zur Autorin / Zum Autor
Marie Balmary arbeitet als Psychoanalytikerin in Paris. Ihre Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt.