Marko Martin
Das Haus in Habana
Ein Rapport
Nominiert für den Leipziger Buchpreis 2019 Sparte Sachbuch
»Das Haus in Habana« ist keine der üblichen Abrechnungen mit Cuba. Marko Martin kennt die Region seit langem und ist deshalb keineswegs naiv »enttäuscht« von dortiger Realität. Schriftstellerfreunde und aus Cuba vertriebene regimekritische Intellektuelle hatten ihn bereits zuvor auf hoch ambivalente Erfahrungen eingestimmt. Doch nicht auf dieses Ausmaß. Denn auf seiner ersten Cuba-Reise gerät das bisherige Koordinatensystem bald ins Wanken: Wem kann er trauen, was verbirgt sich hinter (verborgenen) Absichten, wo endet tropische Lebensfreude und beginnt politische Existenzangst, wie vermischt sich beides im Gespräch, ja selbst in der Sexualität? Und wie nimmt er, einst als Kriegsdienstverweigerer aus der DDR ausgereist, die letzte Diktatur in der Karibik wahr, die nun in einen partei-gelenkten Frühkapitalismus hineinstolpert?
»Das Haus in Habana« scheint nämlich (ähnlich wie »Das Haus in Montevideo«) eine Art Bordell zu sein – und das Nachbarhaus die Stasizentrale des Viertels. Martins Buch ist deshalb auch Hommage auf Guillermo Cabrera Infantes legendären Roman »Drei traurige Tiger«, der auf Cuba bis heute verboten ist.
Martins Sprache – hingerissen von tropischer Sensualität, spielerisch, tabulos und gleichzeitig skeptisch-reflexiv – schmiegt sich der komplexen Post-Castro-Wirklichkeit an, um sie sich auf diese Weise anzuverwandeln oder auch von ihr überwältigt zu werden: Das literarische Journal wird zum pikaresken Entwicklungs- und Schelmenroman.
(Klappentext)
- Verlag
- Wehrhahn Verlag
- Erscheinungsdatum
- 2018
- ISBN/EAN
- 978-3-86525-640-9
- Format
- Einband - fest (Hardcover)
- Seiten
- 256
- Preis
- 20,00 €
- Status
- lieferbar
Zur Autorin / Zum Autor
Marko Martin ist Autor und Journalist und lebt, sofern nicht unterwegs, in Berlin. Er schreibt Essays, Erzählungen, Reisereportagen, literarische Tagebücher und Kritiken mit einem Schwerpunkt auf Fragen der Menschenrechte in Globalisierung und Urbanisierung, so z. B. Die Nacht von San Salvador. Ein Fahrtenbuch (Die Andere Bibliothek, 2013) oder Madiba Days. Eine Südafrikanische Reise (Wehrhahn Verlag, 2015).