Zum Inhalt springen
Zu den aktuellen Empfehlungen
Cover: Das Fenster

Richard Obermayr

Das Fenster

Roman

Irmgard Hölscher, Frankfurt am Main

Nach den ersten zehn Seiten war ich irritiert. Nach den nächsten zehn müde. Aber dann hat es mich unwiderstehlich hineingezogen in das Buch, das eine Familientragödie auf immer neue Weise und in immer neuen Windungen umkreist. Eine Handlung, die man schildern könnte, gibt es nicht. Es gibt einen Vater, der auf die Jagd geht, eine Mutter, die Klavier spielt, und einen Sohn, der versucht, ein schreckliches Ereignis zu fassen. Eine Tragödie, besiegelt – vielleicht? – durch einen Schuss. Selbstmord? Mord?

Wir erfahren es nicht. Aber wir erfahren viele mögliche Ursachen, Anzeichen, Entscheidungen an den vielen kleinen Kreuzungen, an denen ein Leben eine bestimmte Richtung einschlägt. Was wäre, wenn man einen anderen Weg genommen hätte? Was passiert mit den Ereignissen, die uns zustoßen, nachdem sie uns zugestoßen sind? Nehmen sie ein Eigenleben an? Bleiben sie für immer erstarrt in der Zeit stehen? Kann man ein Leben rekonstruieren, das doch immer aus Möglichkeiten besteht?

Das klingt vielleicht abstrakt, aber es ist es nicht, ganz im Gegenteil. Es ist einfach Literatur, und das heißt, es macht gelebte Zeit lebendig. Und natürlich noch viel mehr. „Das Fenster“ lässt sich nicht beschreiben, man kann es nur lesen. Das geht nicht schnell, und erheiternd ist es auch nicht. Aber es verändert den Blick auf die Welt für lange Zeit. Literatur eben.

Irmgard Hölscher, Frankfurt am Main

Verlag
Jung und Jung Verlag
Erscheinungsdatum
2010
ISBN/EAN
978-3-902497-70-3
Format
Einband - fest (Hardcover)
Seiten
268
Preis
22,00 €
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor

Richard Obermayr Geboren 1970 in Ried i. Innkreis. Lebt in Wien.