Zum Inhalt springen
Zu den aktuellen Empfehlungen
Cover: Allzu laute Einsamkeit

Bohumil Hrabal

Allzu laute Einsamkeit

Aus dem Tschechschen von Peter Sacher

Eine Hymne auf das Lesen des großen tschechischen Autors 

Haňťa, Dichter wider Willen, steht seit 35 Jahren in einem stinkenden Keller in Prag und presst Altpapier zu Ballen. Zwischen blutigem Fleischereipapier, verbotenen Büchern und Lederbänden mit funkelndem Goldschnitt nimmt er all das in sich auf, was ihm in die Finger fällt: Sätze, Ideen, ganze Welten. Er liest, während er die Altpapierpresse bedient – und bewahrt so im Akt der Vernichtung die Essenz der Literatur. Doch die Zeit holt ihn ein: Moderne Maschinen, Effizienzdenken und eine sich verändernde Gesellschaft drohen seine stille, eigenwillige Existenz auszulöschen.

Hrabal erzählt mit melancholischem Humor und philosophischer Tiefe von der Würde des Einzelnen, von der Kraft der Literatur und vom Widerstand des Geistes gegen die Zumutungen der Wirklichkeit. Allzu laute Einsamkeit ist eine Hymne auf das Lesen – und zugleich eine berührende Meditation über Vergänglichkeit, Erinnerung und das Überleben der Seele in einer lärmenden Welt.

(Verlagstext)

Verlag
Suhrkamp
Erscheinungsdatum
30.09.2026
ISBN/EAN
978-3-518-24453-1
Format
Einband - fest (Hardcover)
Seiten
126
Preis
18,00 €
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor

Bohumil Hrabal wurde am 28. März 1914 im tschechischen Brünn (Brno) geboren und starb am 3. Februar 1997 in Prag. 1935 begann Hrabal sein Jurastudium in Prag. Nebenbei besuchte er Vorlesungen über Literatur, Kunst und Philosophie und schrieb seine ersten Gedichte. 1939 musste er sein Studium unterbrechen, da die deutsche Besatzungsmacht die tschechischen Hochschulen schließen ließ. Von 1941 bis 1945 arbeitete er für die staatliche Eisenbahn. 1946 promovierte er zum Dr. jur. Von 1947 bis 1949 war er Handelsreisender. In dieser Zeit bereitete er seinen ersten Gedichtband Verlorenes Gäßchen vor. Bis 1958 arbeitete Hrabal in einem Stahlwerk in Kladno und in einer Altpapierpackerei in Prag. Bis 1975 wurde ein Publikationsverbot verhängt. Eine Auswahl seiner Texte konnte jedoch im Ausland, darunter in der DDR und in der Bundesrepublik erscheinen. Von 1982 bis 1985 entstand die autobiographische Trilogie Hochzeiten im Haus. 

Peter Sacher, Bohemist, Verleger, Übersetzer, Lyriker, geb. 1944 im böhmischen Komotau (tschechisch Chomutov), verließ 1958 die Tschechoslowakei. Studierte in München Slawistik, Bohemistik, Philosophie, Psychologie, 1980 Studienabschluss. Ab 1984 Übersetzer tschechischer Literatur (Prosa: Arnošt Lustig, Richard Weiner, Ladislav Fuks, Bohumil Hrabal, Jaroslav Hašek u. a.; Philosophie: Jan Patočka, Ladislav Klíma, Karel Kosík etc.; Anthologien). 1988 Visiting Fellow am IWM in Wien, 1990 bis 1992 Beiträge zu Werken tschechischer Autoren und Studie über tschechische Literatur für Kindlers Neues Literaturlexikon. Im Jahr 1993 Rückkehr nach Tschechien, in Prag Gründung des Hynek Verlags. Seit 2010 freiberuflicher Schriftsteller, lebt heute nahe Prag, fallweise in München.