VLB Suche

Suche in den Daten des Verzeichnisses lieferbarer Bücher (VLB)

Drucken

Suchergebnisse

Produktdetails

Insel der verlorenen Erinnerung

Autor
Ogawa, Yoko

Insel der verlorenen Erinnerung

Untertitel
Roman. Aus dem Japanischen von Sabine Mangold
Beschreibung

Erinnerungen sind kostbar, hatte die Mutter gesagt. Doch auf der Insel, auf der die Erzählerin lebt, wacht die Erinnerungspolizei darüber, dass verschwundene Dinge auch aus dem Gedächtnis der Menschen eliminiert werden. Was geschieht mit uns, wenn uns die Vergangenheit abhanden kommt? Ein stiller und ebenso eindringlicher Roman über das, was unser Leben ausmacht, wenn Schönheit und Freiheit bedroht sind.
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Liebeskind Verlag, 2020
Seiten
352
Format
Gebunden
ISBN/EAN
978-3-95438-122-7
Preis
22,00 EUR
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor:

Yoko Ogawa gilt als eine der wichtigsten japanischen Autorinnen ihrer Generation. Für ihr umfangreiches Werk wurde sie mit vielen Literaturpreisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Akutagawa-Preis und dem Tanizaki-Jun’ichiro-Preis. Für ihren Roman »Das Geheimnis der Eulerschen Formel« erhielt sie den begehrten Yomiuri-Preis. Mit der englischsprachigen Ausgabe des Romans »Insel der verlorenen Erinnerung« wurde Yoko Ogawa für den National Book Award und den International Booker Prize nominiert. Sie lebt mit ihrer Familie in der Provinz Hyogo.

Zum Buch:

Erinnerungen sind kostbar, hatte die Mutter gesagt. Doch auf der Insel, auf der die Erzählerin lebt, wacht die Erinnerungspolizei darüber, dass verschwundene Dinge auch aus dem Gedächtnis der Menschen eliminiert werden. Was geschieht mit uns, wenn uns die Vergangenheit abhanden kommt? Ein stiller und ebenso eindringlicher Roman über das, was unser Leben ausmacht, wenn Schönheit und Freiheit bedroht sind.

Immer mehr Dinge verschwinden auf der Insel: Haarbänder, Briefmarken, Fotografien, selbst Vögel und Früchte. Die Erzählerin, Autorin mehrerer Romane, weiß sich nicht mehr zu erinnern, was zu ihren Lebzeiten als erstes für immer ausgelöscht worden ist. Was sie sehr genau weiß, ist, dass ihre Mutter sterben musste, weil sie sich den Regeln des Regimes widersetzte und Dinge in einer alten Kommode aufbewahrte, die es auf der ganzen Insel schon nicht mehr gab. Auch der Verleger der Erzählerin besitzt die Fähigkeit, sich an alles Verschwundene zu erinnern und läuft Gefahr, von der Erinnerungspolizei verhaftet und abtransportiert zu werden. Die junge Frau will R. schützen, indem sie im Haus ihrer verstorbenen Eltern eine geheime Kammer für ihn einrichtet. Ihr einziger Vertrauter bei dieser waghalsigen Aktion ist ein Fährmann, den sie schon von Kind an kennt und dem sie vertraut. Als der Fährmann verhaftet wird, setzt die junge Frau alles daran, ihn zu befreien. In diesen Wochen verschwinden neben den Kalendern auch die Romane. Was wird geschehen, fragt sich die Erzählerin leise, wenn auch die Worte getilgt werden?

So eindringlich sind die Bilder dieses Romans trotz des ruhig gehaltenen Sprachduktus, dass man die namenlose Erzählerin in jeder Szene ebenso deutlich vor sich sieht wie die Blütenblätter, die an jenem Tag von den Gewässern davongetragen werden, als man beschlossen hat, die Rosen auszulöschen. Ogawas Roman, inzwischen internationaler Bestseller, wird denn auch tatsächlich verfilmt: Das Drehbuch schreibt Oscarpreisträger Charlie Kaufman, Regie führt Reed Morano.

Susanne Rikl, München