
Die leise Führungskrise beschreibt ein Führungserleben, das sich nicht in offenen Konflikten oder spektakulären Fehlentscheidungen zeigt, sondern schleichend entsteht. Viele Führungskräfte erleben heute eine wachsende innere Anspannung, zunehmende Verantwortung und ein dauerhaftes Gefühl von Zug - ohne klar benennen zu können, was sich eigentlich verändert hat. Der Titel verweist bewusst auf eine Krise, die nicht laut eskaliert. Sie äußert sich weniger in fehlenden Kompetenzen oder falschen Methoden, sondern in der Überlagerung legitimer Erwartungen innerhalb komplexer organisationaler Systeme. Führung wird dadurch nicht grundsätzlich falsch, aber zunehmend schwerer, widersprüchlicher und innerlich ermüdend. Dieses Buch ordnet dieses Erleben, ohne es zu dramatisieren. Es geht davon aus, dass viele Führungskräfte engagiert, reflektiert und verantwortungsvoll handeln - und dennoch an Grenzen stoßen, weil sich die Bedingungen von Führung grundlegend verschoben haben. Statt weitere Lösungsansätze oder Techniken zu präsentieren, richtet der Text den Blick auf die strukturellen Spannungen, unter denen Führung heute stattfindet. Zentral ist dabei der Begriff des Zugs: das gleichzeitige Ziehen unterschiedlicher Erwartungen, Anforderungen und Loyalitäten, die sich nicht einfach auflösen lassen. Das Buch zeigt, wie diese Züge sichtbar gemacht, unterschieden und innerlich geordnet werden können. Nicht, um Führung zu vereinfachen, sondern um sie wieder tragfähig zu verorten. Die leise Führungskrise richtet sich an erfahrene Führungskräfte, Entscheiderinnen und Entscheider sowie Menschen in verantwortlichen Rollen, die weniger nach schnellen Antworten suchen als nach Klarheit, Orientierung und innerer Stimmigkeit. Es ist ein Denk- und Orientierungsbuch für alle, die Führung nicht optimieren, sondern auf Dauer tragen wollen.