Drucken

Die Gleichung des Lebens

Autor
Ohler, Norman

Die Gleichung des Lebens

Untertitel
Roman
Beschreibung

Friedrich II. hat große Pläne mit seinem Land. Er will die Sumpfgebiete östlich von Berlin trockenlegen lassen, um dort Flüchtlinge anzusiedeln. Der Mathematiker Euler soll vor Ort die notwendigen Berechnungen anstellen und dafür sorgen, dass die Trockenlegung endlich zügig voranschreitet. Denn der Widerstand der Bevölkerung im Oderbruch gegen die Pläne des Königs ist groß. So groß, dass der vom König beauftragte französische Ingenieur Mahistre am 7. Juli 1747 tot am Oderstrand angetrieben wird.
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Verlag Kiepenheuer & Witsch, 2017
Seiten
416
Format
Gebunden
ISBN/EAN
978-3-462-04968-8
Preis
22,00 EUR
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor:

Norman Ohler, geboren 1970, freier Schriftsteller seit 1993, besuchte die Hamburger Journalistenschule und studierte Kulturwissenschaften und Philosophie. Sein Debüt Die Quotenmaschine erschien 1995 als weltweit erster Roman im Netz. Weitere Romane sind die von den Feuilletons gefeierten Mitte und Stadt des Goldes. Ohler war Stadtschreiber von Ramallah, ist Autor von Filmdrehbüchern (u.a. mit Wim Wenders und Dennis Hopper) und wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet.

Zum Buch:

Friedrich II. hat große Pläne mit seinem Land. Er will die Sumpfgebiete östlich von Berlin trockenlegen lassen, um dort Flüchtlinge anzusiedeln. Der Mathematiker Euler soll vor Ort die notwendigen Berechnungen anstellen und dafür sorgen, dass die Trockenlegung endlich zügig voranschreitet. Denn der Widerstand der Bevölkerung im Oderbruch gegen die Pläne des Königs ist groß. So groß, dass der vom König beauftragte französische Ingenieur Mahistre am 7. Juli 1747 tot am Oderstrand angetrieben wird.

Die plötzliche Einladung zum abendlichen Diner mit dem König in Potsdam kommt dem Mathematiker Leonhard Euler gar nicht zupass. Doch der Anwärter auf den Posten des Akademiepräsidenten von Berlin muss sich fügen. Wie er sich auch den Plänen Friedrich II. zu fügen hat, der ihn schon am nächsten Tag in einer mit gelben Posamenten ausgeschlagenen Postkutsche auf die Reise in die Sumpfgebiete an der Oder schickt. Auf einem Zwischenhalt in Ranfft wird Euler vom königlichen Kammerdirektor Wilhelm von Schmettau von der Ermordung des französischen Ingenieurs in Kenntnis gesetzt und obendrein mit der Aufklärung des Falles beauftragt.

Euler, Wissenschaftler mit Leib und Seele, Logiker und nicht so leicht hinters Licht zu führen, beginnt in alle Richtungen Erkundigungen einzuziehen. Immer an seiner Seite: Rumi, der Schreiber des Königs, Grenadier-Gardist mit einem Faible für geheime Aufträge. Eulers persönliche Passion, die Schifffahrt, verschafft ihm Zugang zu der wichtigsten Familie im Oderbruch, die seit Jahrhunderten vom Fischfang in den Sümpfen an der Oder lebt. Und so kommt er an Informationen, die ihn auf einige Ungereimtheiten stoßen lassen: eine Verschwörung zwischen den Fischern des Oderbruchs und einigen adligen Großgrundbesitzern, bedingt durch gefährdete Pfründe und vertuschte Verbindungen zu unglaublichen Geschichten aus der Zeit des brandenburgischen Sklavenhandels. Euler ist der Wahrheit auf der Spur. Er riskiert sein Leben.

Begierig folgt man dem eigenwilligen Mathematiker aus dem gepuderten und mit Perücken bestückten Berlin in die urigen Sumpflandschaften und findet sich in Kaschemmen, unter Vorarbeiterzelten an just errichteten Deichen, im Urstromtal der Oder wieder. Die Gleichung des Lebens ist eine fein austarierte Mischung von lebendigem Zeitgemälde und spannendem Kriminalroman, unterhaltsam, inspirierend, packend.

Susanne Rikl, München