Drucken

Aktuelle Empfehlungen

Autor
Harari, Yuval Noah

21 Lektionen für das 21. Jahrhundert

Untertitel
Aus dem Englischen von Andreas Wirthensohn
Beschreibung

Yuval Noah Harari, ein hochgepriesener „aufregender Denker der Gegenwart“, gibt in seinen 21 Lektionen zum 21. Jahrhundert eine Gegenwartsanalyse, die einem die Augen öffnet. Basierend auf den Algorithmen der künstlichen Intelligenz entwirft er eine hellsichtige Zustandsbeschreibung und Prognose unserer Lebenszustände, die man mit durchaus gemischten Gefühlen ernsthaft diskutieren kann und muss.
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Verlag C.H.Beck, 2018
Format
Gebunden
Seiten
459 Seiten
ISBN/EAN
978-3-406-72778-8
Preis
24,95 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Yuval Noah Harari, wurde 1976 in Haifa, Israel, geboren. Er promovierte 2002 an der Oxford University. Aktuell lehrt er Geschichte an der Hebrew University in Jerusalem mit einem Schwerpunkt auf Weltgeschichte. Seine Bücher «Eine kurze Geschichte der Menschheit» und «Homo Deus» wurden zu Weltbestsellern.

Zum Buch:

Basierend auf den Algorithmen der künstlichen Intelligenz entwirft Yuval Noah Harari eine hellsichtige Zustandsbeschreibung und Prognose unserer Lebenszustände, die man mit durchaus gemischten Gefühlen ernsthaft diskutieren kann und muss.

Yuval Noah Harari, ein hochgepriesener „aufregender Denker der Gegenwart“, gibt in seinen 21 Lektionen zum 21. Jahrhundert eine Gegenwartsanalyse, die einem die Augen öffnet. Die ersten vier Kapitel lassen sich mit der Überschrift „Desillusionierung“ treffend zusammenfassen. Was er hier darstellt, wird in den Kapiteln „Arbeit“, „Freiheit“ und „Gleichheit“ luzide vertieft. Als Sklaven der künstlichen Intelligenz (KI) sind wir einer alles beherrschenden Übermacht ausgeliefert, die MI (menschliche Intelligenz) und „Manpower“ obsolet macht, weil die von uns selbst gelieferten Algorithmen der KI einen derartigen Wissensinformationsvorsprung geliefert haben, dass der Homo Sapiens mit seinen individuellen Erfahrungsdaten nicht mithalten kann. Arbeit im heutigen Sinne wird es nicht mehr geben, nur höchstqualifizierte Kräfte haben noch eine Überlebenschance, der Rest ist der Nutzlosigkeit überlassen, weil KI alles besser und perfekter macht. Das folgende Kapitel „Freiheit“ ist meines Erachtens der Höhepunkt eines visionären Nihilismus: All unser Denken und Tun ist algorithmisch bedingt. Algorithmen durchschauen unsere Motivationen auf Grund unzähliger biometrischer Daten, die wir als „Datenkühe“ schon längst ins Krakengehirn geliefert haben. Wir stehen oder sind im Begriff, uns unter einen digitalen Totalitarismus zu stellen. Freiwillig!

Das Kapitel „Gleichheit“ steht unter denselben Grundbedingungen einer algorithmisch beherrschten Gängelung: Bald werden es die Algorithmen sein, die unser Verhalten bestimmen, da sie uns viel besser kennen als wir uns selbst. Nicht wir entscheiden, wir überlassen es den Algorithmen. Das ist einfacher. Allein diese vier ersten Kapitel zeigen, wohin die Reise geht: In eine von uns selbst verantwortete Zukunft und dies unter einer schrecklichen Warnung: You never shall underestimate human stupidity.

Die folgenden 16 Kapitel sind vom selben klaren realistischen (um nicht zu sagen pessimistischen) Geist getragen. Das 21. Kapitel, „Meditation“, zeigt eine Fluchtmöglichkeit auf: Die ermutigende Zuflucht zu einem Menschsein, das sich in sich selbst versenkt und Kräfte zu mobilisieren vermag. Es gibt uns eine tröstliche hoffnungsfrohe Botschaft mit auf den Weg: Dass wir uns selbst entrinnen können. Die 21 Lektionen beleuchten mit schonungsloser Deutlichkeit unsere Zivilisation und den Abgrund, dem wir uns nähern. Wäre nicht das letzte Kapitel „Meditation“, dann wäre das Buch nur eine großartige abgründige Zeitanalyse. Aber damit scheint – vielleicht – ein Licht am Horizont auf?

Notker Gloker, Heiligenberg